Es gibt sie in weitaus mehr Unternehmen, als man vielleicht denken mag: Chefs, die ihre Mitarbeiter anschreien, belügen oder sogar verleumden. Die Gründe dafür haben Forscher in einer übergreifenden Studie genauer untersucht.
Führungskräfte sind auch nur Menschen. Nicht immer gelingt es ihnen, ihre Emotionen und Impulse im Griff zu behalten.
(Bild: ra2studio)
Warum verhalten sich Führungskräfte toxisch? Eine Forschungsgruppe rund um Bennett J. Tepper hat die Ergebnisse aus verschiedenen Studien zusammengetragen und daraus drei Hauptursachen abgeleitet.
1. Soziales Lernen
Der erste Grund, warum Führungskräfte sich toxisch verhalten, ist soziales Lernen. Dabei spielen insbesondere Vorbilder eine große Rolle. Ein solches Vorbild ist oft jemand mit einem hohen Status, wie beispielsweise der eigene Vorgesetzte der Führungskraft. Wird das toxische Verhalten dieser Person akzeptiert und bringt ihr Vorteile, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Führungskraft das Verhalten nachahmt. Oftmals geschieht dies sogar unbewusst.
Verstärkt wird dieser Effekt noch, wenn der Vorgesetzte das Ziel hat, mit seinem Verhalten die Performance zu steigern. Auch ein feindliches Unternehmensklima und Normen, die aggressives Verhalten tolerieren, tragen dazu bei, dass toxische Führung sich auf den unteren Hierarchieebenen fortsetzt. Wird aggressives Führungsverhalten hingegen konsequent bestraft, reduziert sich der Anteil an toxischer Führung im Unternehmen nachweislich.
2. Gefühl von Bedrohung
Führungskräfte stehen unter dem Druck, zu beweisen, dass sie sich ihre Position verdient haben. Das macht sie besonders anfällig für Bedrohungen eben dieses „Wertes“. Hinzu kommt: Je wichtiger ihnen persönlich Macht und Status sind, desto stärker fällt der Effekt aus. Sie reagieren mit aggressiven Verhaltensweisen, wenn sie den Eindruck haben, dass ihr Führungsanspruch infrage gestellt wird, oder wenn sie das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren.
Solche Situationen können auftreten, wenn sich beispielsweise ein Mitarbeiter respektlos verhält. Die Führungskraft fühlt sich dann womöglich persönlich vom Mitarbeiter attackiert und reagiert aggressiv. Auch Mitarbeiter, die schlechte Leistungen abliefern, können eine Bedrohung für die Führungskraft darstellen. Denn sie verhindern, dass diese in der Lage ist, ihre Aufgaben effektiv zu erfüllen. Je unähnlicher ein solcher Mitarbeiter der Führungskraft ist, desto höher ist dabei übrigens die Wahrscheinlichkeit, dass die Führungskraft aggressiv reagiert.
Doch die Bedrohung muss nicht unbedingt von unten kommen. Fühlt sich die Führungskraft beispielsweise von ihrem eigenen Vorgesetzten ungerecht behandelt, lässt sie dies eher an ihren eigenen Mitarbeitern aus als nach oben zu treten.
Verschiedene Studien haben zudem ergeben, dass Menschen mit besonderen Persönlichkeitseigenschaften („Dark Triad“) ein besonders hohes Eigeninteresse verfolgen. Gleichzeitig besitzen sie ein großes Bedürfnis nach Macht und Kontrolle. Die Folge: Sie fühlen sich schneller bedroht als andere. Zur Dark Triad zählen
Menschen sind dazu in der Lage, ihre Emotionen zu regulieren und Impulse zu unterdrücken. Dafür sind psychische Ressourcen notwendig. In der Forschung geht man jedoch davon aus, dass jene begrenzt sind.
Führungskräfte sind häufig mit komplexen Situationen konfrontiert. Sie müssen verschiedene Anforderungen gegeneinander abwägen, schwierige Entscheidungen treffen, Strategien anpassen oder schwierige Kunden betreuen. All das kann negative Emotionen auslösen, die dann wiederum reguliert werden müssen. Hat eine Führungskraft all ihre mentalen Ressourcen dafür aufgebracht, beeinträchtigt dies ihre Fähigkeit, sich selbst weiter zu regulieren. In der Konsequenz kann es zu vermehrt aggressivem Verhalten kommen.
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