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Rundtische

Wenn Bearbeitungszentrum und Rundtisch verschmelzen

| Autor/ Redakteur: Stefan Gaschik / Mag. Victoria Sonnenberg

Rundtische von Fibro übernehmen in den Bearbeitungs-Centern bei Reiden eine Schlüsselfunktion: Mit ihnen wird eine hohe Genauigkeit gewährleistet und zugleich eine effiziente Fertigung im mannarmen Betrieb ermöglicht .

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Bei automatisierten Lösungen entwickelt Fibro sowohl den Rundtisch als auch die Paletten. Dabei gilt es, ein Optimum aus Massenträgheit, Gewicht und Stabilität zu erzielen.
Bei automatisierten Lösungen entwickelt Fibro sowohl den Rundtisch als auch die Paletten. Dabei gilt es, ein Optimum aus Massenträgheit, Gewicht und Stabilität zu erzielen.
(Bild: Fibro)
  • Alle gängigen Rundtischvarianten und Paletten liegen auf Abruf bereit und können modular mit Messsystemen, Drehverteilern, Schalttellern, Nullpunkt-Spannsystemen und anderen Komponenten ergänzt werden.
  • Während der Palettenwechsel bei kleineren Anwendungen über ein Konussystem gelöst ist, auf das die Paletten per Greifer gesetzt werden, sind größere Rundtische mit einem Reiden-spezifischen Paletteneinzug ausgestattet, der einen prozesssicheren Palettenwechsel bei Werkstückgewichten bis 8 t ermöglicht.

Während der Schweizer Maschinenbauer beispielsweise seine Linearachsen in Eigenregie auf Präzision trimmt, überlässt er das Feld bei den Rundtischen Fibro. „Der Rundtisch ist ebenso wie der Fräskopf ein Schlüsselelement unserer Lösungen“, unterstreicht Daniel Lustenberger, Leiter Marketing und Verkauf sowie Mitglied der Geschäftsleitung bei der Reiden Technik AG. „Beide bestimmen maßgeblich die Präzision im Raum. Deshalb nutzen wir bei den Rundtischen das Know-how der Spezialisten.“ Kontinuierlich seien die Anforderungen der Anwender in den zurückliegenden Jahren gestiegen. „Es muss immer genauer werden: Immer mehr Technik muss auf kompaktem Raum und damit auch im Rundtisch vereint werden, möglichst ohne dessen Größe zu verändern“, so Lustenberger weiter.

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Längst geht es nicht mehr allein ums Fräsen und Bohren. Vielmehr mutieren die Bearbeitungszentren zu Alleskönnern, die in einer Aufspannung Dreh-Fräsbearbeitungen mit so hoher Präzision ermöglichen, dass beispielsweise nachfolgende Schleifoperationen minimiert oder sogar vollständig eliminiert werden können. „Damit Spindelgehäuse ohne Schleifoperation in höchster Präzision gefertigt werden können, muss einfach alles stimmen, vom Temperaturmanagement über die Linearführungen bis zum Rundtisch“, betont Lustenberger.

Lieferant von Rundtischen muss flexibel sein

Regelmäßig kommen Anwender mit neuen Anforderungen, die es so zuvor noch nicht gab. Keine Woche vergeht, in der nicht irgendein Upgrade stattfindet. Entsprechend flexibel muss auch der Lieferant der Rundtische sein. „Unsere Kunden verlangen schnelle Ergebnisse. Und sie wollen wissen, was das kostet. Deshalb muss auch Fibro flexibel und schnell sein.“ Ob Automatisierung, Torquemotoren, 16-fache Drehdurchführung, Sensorik oder alles zusammen. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Dabei gilt: Der Rundtisch darf nicht größer und nicht höher werden. Fibro gelingt es, auf Bearbeitungszentren mit Palettenwechsler Drehanwendungen mit bis zu 400 min-1 zu realisieren, ebenso wie dünne Rundtische für Drehoperationen mit hoher Zuladung oder hochpräzise Rundrichtstationen zum hauptzeitparallelen Rundrichten. Hinzu kommt, dass anwendungsspezifische Rasterbohrbilder und Gewinde stets komplett in der vom Anwender geforderten Genauigkeit bei Fibro gefertigt werden, um eine hohe Gesamttoleranz der Maschine zu erzielen. Stichmaße im Mikrometerbereich sind dabei keine Seltenheit. Kein Rundtisch gleicht dem anderen.

Was aufwendig und lieferzeitintensiv klingt, wird mit dem Baukastenprogramm kompensiert, das Fibro speziell für Reiden aufgebaut hat. Alle gängigen Rundtischvarianten und Paletten liegen auf Abruf bereit und können modular mit Messsystemen, Drehverteilern, Schalttellern, Nullpunkt-Spannsystemen und anderen Komponenten ergänzt werden. Da lediglich die anwendungsspezifischen Elemente individuell gefertigt werden, beträgt die Lieferzeit nur sechs bis acht Wochen. Für Andreas Stäuble, Entwicklungsingenieur bei Reiden, zeichnen genau diese Agilität und das Know-how Fibro aus. „Wir erhalten von unseren Kunden meist sehr anspruchsvolle Vorgaben, für die Fibro dann die entsprechende Rundtischlösung erarbeitet. In rund
90 % aller Fälle schaffen wir es ohne große Kompromisse, entsprechende Lösungen zu entwickeln.“ Andere Hersteller seien in der Vergangenheit bei weitem nicht so agil und erst recht nicht so zuverlässig gewesen wie Fibro.

Vor allem bei anspruchsvollen Drehanwendungen stelle Fibro immer wieder seine Kompetenz unter Beweis. Oft gelte es, konträre Anforderungen in Einklang zu bringen: Rundtische beziehungsweise Paletten für die Drehbearbeitung müssen einerseits möglichst dünn sein, um das Massenträgheitsmoment zu minimieren; zugleich stabil genug, um tonnenschwere Werkstücke präzise zu bewegen; und schließlich leicht für den Palettenwechsel sowie zum schnellen Heben und Drehen.

Im magischen Dreieck den jeweils optimalen Kompromiss finden

Aufgabe von Fibro ist es, in diesem magischen Dreieck den jeweils optimalen Kompromiss zu finden. Auch bei der Automatisierung spielt Fibro seine Kompetenz aus: Während der Palettenwechsel bei kleineren Anwendungen über ein Konussystem gelöst ist, auf das die Paletten per Greifer gesetzt werden, sind größere Rundtische mit einem Reiden-spezifischen Paletteneinzug ausgestattet, der einen prozesssicheren Palettenwechsel bei Werkstückgewichten bis 8 t ermöglicht.

Hinzu kommt, dass gerade bei Rundtischen mit Palettisierung immer mehr Medien anliegen müssen, um den Rundtisch, aber auch die Spannvorrichtungen auf der Palette im automatisierten Betrieb zu versorgen. Zum Teil müssen Öl, Druckluft, Vakuum und Kühl-Schmiermittel durch ein und denselben Drehverteiler geführt werden, ohne dass es zu einem Kontakt der Medien kommen darf. Entsprechend komplex sind die bis zu 16-fachen Drehdurchführungen mit bis zu acht Spannkreisen aufgebaut. „Eine derart komplexe Medienzuführung gelingt nur, wenn über spezielle Filter die Reinheit der Medien sichergestellt ist“, erläutert Key Account Manager Simon Dörr.

Späne im Kühlschmiermittel beispielsweise seien Gift für den Verteiler. Deshalb sei eine enge Abstimmung mit den Konstrukteuren bei Reiden entscheidend. Dass die Medien nicht nur in der Maschine, sondern immer häufiger auch in der Rüststation zur Verfügung stehen müssen, ist nach Ansicht von Daniel Lustenberger mehr als konsequent: „Das Ziel unserer Kunden ist es, Rüstzeiten auf der Maschine komplett zu eliminieren. Hier zahlt sich aus, dass Fibro zusätzlich zu seinem Rotocutting-Programm für die Zerspanung auch preisattraktive und zugleich präzise Rundtische aus dem Rotomotion-Programm für Automationsanwendungen anbietet, die an Rüststationen sehr einfach angesteuert werden können.“

* Stefan Gaschik ist Leiter Vertrieb Rotocutting & Kundendienst bei der Fibro GmbH in 74189 Weinsberg, Tel. (0 71 34) 73-0, info@Fibro.de

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