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Um den Fräs- und Bohrkräften bei der Bearbeitung schwingungsstabil und vibrationsfrei gegenzuhalten, werden von unten her gegen die „Knotenpunkte“ des Werkstückes Abstützungen angestellt, reaktionsfrei geklemmt und von oben her per Kipphebelspanner gegengespannt. In der hydraulischen Folgesteuerung werden per Druckzuschaltventile Druckübersetzer eingesetzt.
Hoher Anspruch an Spannmittel bei Bearbeitung von Radträgerpartien
Um die Bearbeitung von Radträgerpartien der Hinterachse wirtschaftlich durchführen zu können, bedarf es unverhältnismäßig hohen spanntechnischen Aufwandes. Der Radträger wird zunächst manuell oder automatisiert in die geöffnete Vorrichtung auf die prismatischen Vorauflagen abgelegt.
Es erfolgt die Ausrichtung am Zentrallager in der Weise, dass zunächst die Anschlagseite auf Festmaß anfährt und die Gegenseite in die entsprechende Ausbildung des Radträger-Zentrallagers einfährt, dieses dabei axial gegen die Anschlagseite drückt und per Gleitbackendorn auszentriert.
Der Radträger wird dabei von den Vorauflagen abgehoben. Zum Richten des Radträgers fahren in dessen Bohrung links und rechts expandierende Gleitbackendorne ein und bestimmen damit die Lage des Radträgers im Raum. In dieser Situation werden zur Abstützung der Radträgerflächen, die überfräst werden, hydraulisch federbetätigte Abstützungen angestellt und wirkrichtungsreaktionsfrei abgeklemmt.
Spannmittel mit zusätzlichen Abstützungen gegen Fräskräfte
Zur vollkommenen „Einhausung“ mit Stütz- und Spannelementen gegen die Fräskräfte werden zusätzlich über Keil umgelenkte, höhenanstell- und hydraulisch klemmbare Abstützungen eingebracht, gegen die mit ein- und ausschwenkbaren Kipphebelspannern gespannt wird. Zusätzliches hydraulisches Andrücken wirkt gegen die geklemmten Abstützungen.
Die wichtigen Funktionen, wie Ausrichten und Zentrieren am Zentrallager, Ausrichten und Zentrieren am Radträger, Anlage Radträger, Planspannung Radträger und Zusatzabstützung übernehmen hydraulische Andrücker. Die Radträger werden hydraulisch über Druckschalter und wegabhängig über berührungslose Endschalter kontrolliert, die sonstigen Abstützungen über Druckschalter.
Spezielle Spannmittel für Kurbelwellenbearbeitung
Kurbelwellen müssen, bevor sie auf Drehräum- oder auf Außen- beziehungsweise Innenfräsmaschinen rotatorisch bearbeitet werden können, zunächst auf stationären Spannvorrichtungen abgelängt und beidseitig zentriert werden (Bild 4). Zusätzlich wird dabei oftmals flanschseitig bereits das Gewinde- und Lochbild mit eingebracht.
Die Kurbelwellen werden in die geöffnete Spannvorrichtung auf Vorauflagen so eingelegt, dass die scherenförmige Axialausrichteinheit zwischen zwei Wangen und das für das Drehlagerichten vorgesehene Hublager zwischen die beiden Zentrierbacken der Radialrichteinheit gelangen. Der Reihenfolge nach erfolgen das Axialrichten, das Radialrichten und das zentrische Hauptspannen am jeweils äußersten Hauptlager flansch- und zapfenseitig.
Zusätzlicher Stützbolzen wirkt gegen Bohrkräfte
Zur Abstützung gegen die quer zur Hauptspannrichtung wirkenden Bohrkräfte bei der Linksneigung des Gewindelochbildes auf der Flanschseite wird an der dem Flansch nächstliegenden Hublagerwangeninnenseite ein schräg ausschwenkbarer Stützbolzen mit wenig Kraft angefahren und spielfrei verklemmt.
Zur Kontrolle „Werkstück vorhanden“ dient ein am Hublager federangestellter Bolzen, der per Luftdurchflusskontrolle „Anwesenheit“ oder „Nichtanwesenheit“ signalisiert. Die ganze Doppelspannvorrichtung kann aufgrund des Sechsfach-Power-Grip-Nullpunktspannsystems und hydraulischer Andockkupplungen bei geeignetem Ladegeschirr ohne nennenswerten Zeitaufwand gewechselt werden.
Dipl.-Ing. Johann Taglang ist Konstruktionsleiter der Röhm GmbH in 89567 Sontheim.
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