Handwerkzeuge Werkzeug-Produktion in Billiglohnländern gefährdet Leib und Leben der Arbeiter

Redakteur: Jürgen Schreier

In vielen Billiglohnländern herrschen bei Werkzeugherstellern „erschreckende Zustände, die wir in unseren deutschen Betrieben nicht kennen“, so Rainer Langelüddecke, Geschäftsführer des Fachverbands Werkzeugindustrie (FWI) in Remscheid. Langelüddecke rät deshalb Einkäufern, bei der Werkzeugbeschaffung verantwortungsbewusst zu handeln.

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Verheerende Eindrücke aus Produktionsstätten in Billiglohnländern, dokumentiert an Beispielen aus der Volksrepublik China, sind der Anlass für diese Aussage. Zahlreiche Fotos, die dem FWI vorliegen, belegen zudem mangelnde Gesundheitsfürsorge sowie akute Gefahren für Leib und Leben der Mitarbeiter in den maroden Betrieben. „Weil das Arbeiten an Pressen unter diesen Bedingungen mit einem sehr hohen Verletzungsrisiko verbunden ist, würde es in Deutschland von uns sofort unterbunden“, kommentiert ein Fachmann einer Berufsgenossenschaft aus Düsseldorf einige der aktuellen FWI-Bilder. Katastrophale Arbeitsbedingungen, teils lebensgefährliches Produzieren, sind exemplarisch für die Sündenfälle von Betriebs- und Arbeitssicherheit in Gesellschaften, die ihre Arbeitnehmer ausbeuten.

Werkzeug verantwortungsbewusst einkaufen

Keine Unfall-, Erwerbs- und Berufsunfähigkeits-Versicherung sowie nur selten betriebsärztliche Betreuung kennzeichnen die Probleme der Arbeitskräfte in Billiglohnländern. „Man muss sich die Umstände in China einmal vor Augen führen und deren Auswirkungen auf den Lebensunterhalt“, erläutert FWI-Geschäftsführer Langelüddecke.

Beim Kauf von Billigwerkzeug und vermeintlichen „Schnäppchen“ sollten sich private Verbraucher sowie gewerbliche Einkäufer dieser Tatsachen bewusst werden. „Ethisch einwandfrei produzierte Markenprodukte beantworten in unseren Breiten neben dem Was auch das Wie des Produzierens“, so Langelüddecke, „aber daran denken in diesen Ländern noch sehr wenige Unternehmen“.

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