Zerspanungstechnik/Umformtechnik

Werkzeug- und Formenbau am Scheideweg

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Der Auftragseingang ist nach wie vor schwach und es sind nur wenige Aufträge in Sicht. Sorge bereitet Adam auch die Preisdrückerei unter Einstellungskosten. Das Wohl und Wehe der Branche hänge davon ab, ob frische Aufträge zu auskömmlichen Preisen in den Unternehmen ankommen. Wenn es die Kunden nicht schaffen, ihre Produktivitätslieferanten am Leben zu halten, ist leider davon auszugehen, dass es zu einer Konzentration im Werkzeugbau kommt, betont Adam.

Patentrezepte können dem Werkzeugbau nicht helfen

Was also tun? „Patentrezepte für die optimale Positionierung in der Krise gibt es nicht und schon gar keine kurzfristigen Patentmaßnahmen“, weiß Adam. Es zeige sich jedoch, dass die altbekannten Managementprinzipien grundsätzlich auch in dieser Situation helfen: möglichst große Vielfalt bei Kundenbranchen und Kunden, technologische Alleinstellungsmerkmale/Innovationen, schlanke Produktion mit Automation, neue Märkte erschließen sowie den engen Kontakt zu bestehenden und potenziellen Kunden suchen.

„Werkzeugbauer müssen sich vor allem auf das fokussieren, was der Kunde bereit ist zu bezahlen“, empfiehlt Schuh. Die Unternehmen sollten auch in der Lage sein, intelligente Werkzeuge zu entwickeln zu einem Preis unterhalb des europäischen Durchschnitts und dann solche Lösungen auch richtig zu verkaufen. Zur Kostensenkung und damit zur Wettbewerbssteigerung trage auch ein standardisiertes, modular aufgebautes Grundkonzept für Werkzeuge und Formen bei.

Werkzeugbau muss auf Standardisierung setzen

„Die Umsetzung der Standardisierung ist allerdings ein schwieriger Weg“, weiß Ludwig Gansauge, Mitglied der Geschäftsführung der Christian Carl Siebenwurst Modell- und Formenbau GmbH & Co. KG in Dietfurt. Und wer sich dabei nur auf Werkzeuge kapriziert, verspielt einen beträchtlichen Teil des Rationalisierungserfolgs. „Genauso wichtig wie die Standardisierung der Werkzeuge ist die Standardisierung der Prozesse“, betont Gansauge.

Seit 2004 arbeitet der Formenbauer mit einem Prozessmanagementsystem. Ein sogenannter Schnittstellenspezialist sorgt dafür, dass der Input und der Output aller verwendeten Systeme nahtlos in eine einheitliche Software-Gesamtumgebung integriert sind.

Werkzeugbauer spielt alle Daten in ein Backend-System

„Der Ansatz dabei ist“, erläutert Gansauge, „dass alle Systeme ihre Daten ‚unter der Oberfläche’ in das gemeinsame Backend spielen, damit verschmelzen und somit die Endergebnisse nicht halbherzig über Schnittstellen bereitgestellt werden.“ Das Backend übernimmt im Hintergrund sozusagen die Regie über alle Systeme wie CAD/CAM, PPS und PDM.

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