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Ein intelligentes Werkstattmanagement muss dafür Sorge tragen, dass alle NC-Programme fehlerfrei und optimiert sind. In der Programmierung selbst setzt Siebenwurst Kataloge mit sich wiederholenden NC-Sequenzen ein, die auf parametrisierter Featureerkennung beruhen, um redundante Tätigkeiten zu vermeiden und die Prozesskette durchgängig nutzen zu können.
Werkzeugbauer senkt Programmierzeiten durch featurebasierte Programmierung
Features, die bereits in der Konstruktion festgelegt werden wie Gewinde-, Pass- und Durchgangsbohrungen, können automatisch abgegriffen und umgesetzt werden. „Diese automatische, featurebasierte Programmierung reduziert deutlich die Programmierzeiten“, so Gansauge.
Die Herausforderungen, vor denen der Werkzeugbau steht, sind also vielfältig. Hinzu kommt, dass Kunden die Werkzeugbauer zunehmend bereits im vorgelagerten Bauteil- und Produktentwicklungsprozess ebenso einbeziehen wie im nachgelagerten Fertigungsprozess. Es gilt, die dazu notwendigen technologischen und organisatorischen Prozesse entsprechend zu beherrschen.
Werkzeugbauer müssen sich eigene Kompetenzfelder suchen und ausbauen
„Eigene Kompetenzfelder müssen gesucht und aktiv ausgebaut werden, bis hin zur Führerschaft in ausgewählten, kundenrelevanten Bereichen“, empfiehlt Manfred Baumann, Geschäftsführer der Gerresheimer Wilden GmbH in Regensburg, deren Werkzeugbau sich auf die Mikrobearbeitung fokussiert hat.
Freilich, trotz aller modernen Technik sollte der Mensch im Mittelpunkt stehen, denn er ist letztlich Garant für den Unternehmenserfolg, meint Josef Haidlmair, geschäftsführender Gesellschafter der Haidlmair Werkzeugbau-GmbH im österreichischen Nussbach. Gefragt ist seiner Meinung nach der „Multiskilled Worker“, der über Kenntnisse als Werkzeugbauer, als Schlosser und Elektriker ebenso verfüge wie in der Programmierung und Arbeitsvorbereitung. „Das anzustrebende Optimum besteht darin, die Mitarbeiter als Generalisten auszubilden, jedem einzelnen aber eine spezifische Aufgabe zur Vertiefung zuzuordnen“, betont Haidlmair.
Werkzeugmacher-Ausbildung vermittelt nur eine erforderliche Facette im Betriebsmittelbau
In puncto Ausbildung geht Prof. Fritz Klocke, Direktor des WZL der RWTH Aachen, noch einen Schritt weiter. Zwar zeichne sich die Ausbildung zum Werkzeugmacher durch einen anerkanntermaßen unübertroffenen Qualitätsstandard aus, stellt er fest, sie vermittle aber nur eine von vielen Facetten für einen erfolgreichen Betriebsmittelbau. „Nicht nur eine Erweiterung der Geschäftsmodelle und ein größerer Dienstleistungsumfang sind notwendig, sondern vielmehr der konsequente Umbau des Betriebsmittelbaus hin zu einer wissensbasierten Disziplin in technischer und organisatorischer Hinsicht“, erläutert Klocke.
Um diese Wandlung zu beschleunigen, haben sich die Aachener Produktionsinstitute entschlossen, die Gründung eines „Aachener Kompetenzzentrums Betriebsmittelbau“ voranzutreiben, das die zentralen Themen Bildung und Innovation vereint. „Ziel dieses Aachener Kompetenzzentrums ist es“, erklärt Klocke, „in Zusammenarbeit mit Unternehmen der Branche und ihren Kunden neue Bildungsmodelle zu kreieren und auch innovative Lösungen zu erarbeiten.“
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