Konstruktionselemente

Wie das Pendelkugellager die Industrie ins Rollen brachte

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Angrenzende Produktbereiche gelangen in den SKF-Fokus

Man musste Antworten auf die besonders herausfordernden Anwendungen finden, wie die immer häufiger eingesetzten Hochgeschwindigkeitszüge, aber auch die zunehmende Automatisierung in der Fertigung. Die Antworten gab die unermüdliche Forschung des Unternehmens. Schon bald wurden nicht mehr nur Wälz- oder Gleitlager erforscht, sondern zunehmend auch Lösungen aus angrenzenden Produktbereichen, wie unter anderem Dichtungen, Schmiersysteme, Lineartechnik und später auch mechatronische Komponenten. Ein damaliger technischer Leiter subsumierte das SKF-Mantra wie folgt: „Es wird immer wichtig bleiben, auf die Anforderungen des Marktes zu reagieren. Der Kunde kauft nicht mehr nur ein Lager, sondern eine Gesamtlösung für ein Problem. Deshalb müssen wir eine Gesamtkompetenz bieten.“

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SKF überrascht
Hätten Sie es gewusst?
  • 1926 stellte die SKF-Tochter AB Volvo zehn Test-Pkw her. Neun Jahre später wurde Volvo als Fahrzeughersteller eigenständig.
  • 1927 überquerte Charles Lindbergh erstmals allein mit „The Spirit of Saint Louis“ den Atlantik. Das Flugzeug steckte voller SKF-Lager.
  • 1947 wird SKF offizieller Zulieferer der Scuderia Ferrari. Heute rüstet SKF fast den gesamten Formel-1- Zirkus aus.
  • Seit 2007, der ersten Weltumrundung der Queen Mary II, überwacht SKF via Satellit die vier Antriebsgondeln des Luxusliners.
  • 2010 übernimmt SKF Lincoln und verfügt seitdem über das größte Schmiersystemangebot.
  • Im Oktober 2014 soll das Intermediate Experimental Vehicle (IXV) der ESA ins All geschossen werden. Die beiden Klappen zur Steuerung des IXV während des Wiedereintritts in die Atmosphäre werden jeweils über einen elektromechanischen Aktuator von SKF angetrieben.

Gezielte Unternehmenszukäufe erweitern das Produktportfolio

Nur ein Vierteljahrhundert und gezielte Unternehmenszukäufe später realisierte SKF den Anspruch auf Gesamtkompetenz und präsentierte offiziell fünf Kompetenzfelder unter einem Dach: Das zweite Standbein neben Lagern und Lagereinheiten entwickelte sich ab Ende der 70er-Jahre aus der Herstellung eigener Lineartechnik. In den 80ern kamen Kugel- und Rollengewindetriebe sowie elektromechanische Hubzylinder hinzu. Damit legte das Unternehmen den Grundstein für seine Mechatronik-Plattform. Zu dieser Zeit führte SKF in allen Fertigungswerken auch das „Channel-Konzept“ ein. Die ehemals nach dem Werkstattprinzip aufgebaute Produktion wurde dabei in eine moderne Fließfertigung überführt, die eine nachhaltig wettbewerbsfähige Großserienfertigung ermöglichte. Das Fertigungsprinzip optimierte den Materialfluss, harmonisierte die Kapazitäten der einzelnen Fertigungsschritte und reduzierte die Zwischenpuffer, um nur einige der Vorteile zu nennen. Mit der weltweiten Einführung des „Channel-Konzepts“ schaffte SKF die Balance zwischen einer effizienteren Produktion und einem bestmöglichen Kundenservice.

Um diesen Servicesektor weiter auszubauen, beteiligte sich SKF 1989 mehrheitlich am Zustandsüberwachungs-Spezialisten Palomar und trieb mit diesem Schritt seine Dienstleistungskompetenzen gezielt voran. Nur ein Jahr später übernahm das Unternehmen den Dichtungsspezialisten Chicago Rawhide und baute dadurch sein Dichtungsportfolio erheblich aus. 2004 erwarb SKF mit der Willy Vogel AG einen Weltmarktführer für Schmiersysteme.

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