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Künstliche Intelligenz im Einsatz

Wie KI den Gewinn sichert – Absätze planen im Frischwarensegment

| Autor/ Redakteur: Oliver Fuhrmann / B.A. Sebastian Hofmann

In verschiedenen Industriesektoren kann KI enorme Effizienzportale heben. Anbieter in der Lebensmittelherstellung haben die Technologie längst für sich entdeckt.

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Mehr als eine halbe Million Tonnen Lebensmittel aus dem Einzelhandel landen jährlich im Müll. Künstliche Intelligenz hilft dabei, diese Menge deutlich zu reduzieren.
Mehr als eine halbe Million Tonnen Lebensmittel aus dem Einzelhandel landen jährlich im Müll. Künstliche Intelligenz hilft dabei, diese Menge deutlich zu reduzieren.
(Bild: ©fascinadora - stock.adobe.com)

550.000 t an Lebensmitteln aus dem deutschen Einzelhandel landen jedes Jahr im Müll. Für die Umwelt ist das fatal. Und auch die Konsumgüterindustrie leidet darunter: Jedes weggeworfene Produkt ist verlorener Umsatz. Eine exakte Absatzprognose ist deshalb entscheidend für die Gewinnmarge der Anbieter – insbesondere dann, wenn es sich um Produkte aus dem Frischesegment handelt. Vielversprechend ist dazu der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Mit selbstlernenden Algorithmen lassen sich Nachfragen präziser voraussagen als je zuvor.

Künstliche Intelligenz betrachtet alle Einflussfaktoren

Anders als bisherige Tools beziehen KI-Planer in ihre Prognosen eine Bandbreite von Einflussfaktoren auf den Absatz ein. Und davon gibt es gerade im Bereich der verarbeiteten Lebensmittel eine ganze Menge: die Uhrzeit, den Wochentag, das Wetter, die geografische Lage, etwaige bevorstehende Feiertage und so weiter. Weil sich zwischen ihnen oft auch wechselseitige Beeinflussungen ergeben, waren bisherige Vorhersagemodelle immer wieder überfordert. Problematisch wird es dann, wenn Absatzschwankungen übersehen werden. Bis zur Hälfte des Bestands müssen Anbieter dann wegen Überbevorratung entsorgen.

Das Erfolgsgeheimnis von KI-Modellen ist deshalb ein Lernen auf Basis von Daten aus unterschiedlichen Datenquellen. Die Software gleicht täglich ihre Vorhersage mit dem tatsächlichen Absatz ab und berücksichtigt das Ergebnis für kommende Entscheidungen. So ermöglicht die genaue Planung den Einkäufern im Einzelhandel, Einsparpotenziale zu heben. Gleichzeitig schafft sie in den Hersteller- beziehungsweise Anbaubetrieben die Grundlage für eine effiziente Produktion.

KI-basierte Planungstools weisen folgende Vorteile auf:

  • Kostenvorteile durch bessere Produktionsplanung und reduzierte Wegwerfquote,
  • ressourceneffizientere Produktion und Betriebssteuerung,
  • und die Möglichkeit einer differenzierten Planung von Bestellungen, dynamischer Preispolitik oder Einkaufs- und Mitarbeitereinsatzplanung.

Der Einsatz vorausschauender Modelle und KI bedeutet einen Erkenntnisgewinn und eine Entscheidungsoptimierung. Sie ermöglichen Vorhersagegenauigkeiten von über 90 %. Dass die Algorithmen kontinuierlich dazulernen, bedeutet, dass die Prognosen im Laufe der Zeit immer genauer ausfallen. All diese Vorteile machen klar: Auf kurz oder lang werden KI-Modelle für die Absatzplanung in der Industrie Standard sein. Mit ihrer Hilfe lassen sich bislang unausgeschöpfte Effizienzpotenziale heben.

* Oliver Fuhrmann ist Head of Business Development beim IT.Berater Trevisto.

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