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Dies betrifft auf der einen Seite das Personal, das im Vergleich zu Großunternehmen oft deutlich begrenzter ist, und auf der anderen Seite den Unternehmer selbst. Er ist der erfolgsentscheidende Faktor, ohne dessen Willen und Engagement eine erfolgreiche und ernsthafte Lean-Umsetzung unmöglich ist.
Unternehmensführung muss Kultur für Lean Management schaffen
Es ist unabdingbar, dass die Unternehmensführung vom Erfolg des Lean Management überzeugt und bereit ist, eine Unternehmensphilosophie im Sinne des Lean Managements zu schaffen. Ohne die Bereitschaft der Führung wird es nicht möglich sein, eine Kultur der Eigenverantwortung und ständigen Verbesserung in das Unternehmen zu integrieren.
Aufgrund dieser Besonderheiten empfehlen die Initiatoren der Studie ein stufenweises Vorgehen für eine anforderungsgerechte Einführung von Lean Management. Dieses strukturierte Einführen könnte eine sogenannte „Roadmap“ sein, die in besonderer Weise die Anforderungen und Verbesserungspotenziale des Mittelstands berücksichtigt und dazu dient, die Umsetzung weitestgehend ohne personelle Mehrbelastungen zu vollziehen.
Die Roadmap gliedert sich in vier Stufen:
- Die erste Stufe „Potenzial analysieren“ stellt eine Art Navigator dar, der dabei hilft, die größten Verbesserungspotenziale aufzudecken. Das Ziel ist es, Ad-hoc-Verbesserungen zu generieren, die schnellstmöglich freie personelle Ressourcen schaffen. Diese Ressourcen dienen dazu, die eigentliche Lean-Management-Implementierung über die nächsten Stufen vorzubereiten und umzusetzen. Zur Identifizierung von ersten Verbesserungspotenzialen sollten Methoden wie das Wertstromdesign oder die Deckungsbeitragsrechnung verwendet werden.
- Auf der zweiten Stufe bei der Einführung von Lean Management „Effektivität steigern“ geht es vor allem darum, die Effektivität im Unternehmen zu erhöhen, also mit den richtigen Prozessen die richtigen Produkte und Dienstleistungen zu erstellen. Das Ziel dieser Stufe ist es, messbare, robuste und standardisierte Prozesse in einen bedarfsgesteuerten Fluss zu implementieren. Die dazu infrage kommenden Prinzipien sind Wertdefinition, Standardisierung, Fluss, Pull und Visualisierung.
- Auf der sich anschließenden dritten Stufe „Effizienz erhöhen“ erfolgt die konsequente Eliminierung jeglicher Art von Verschwendung in den neu gestalteten Prozessen. Das Ziel ist es, die Wirtschaftlichkeit, Produktivität und Schnelligkeit der Prozesse zu verbessern. Das wesentliche Element zur Erreichung effizienter Prozesse sind beim Lean Management die Mitarbeiter: Sie müssen auftretende Probleme erkennen und Verbesserungsaktivitäten auslösen. Voraussetzung dafür sind Fortbildungen sowie eine erhöhte Einbeziehung in Entscheidungsprozesse. Zur Verwirklichung der Effizienzsteigerung bietet das Lean Management Methoden wie Standardisierung, Wertstromdesign, eigenverantwortliche Teams, Qualitätszirkel, 5 S, 5 W, visuelles Management und interner Kunde.
- Die letzte Stufe ist das „Streben nach Exzellenz“. Dies bedeutet, dass es dem Unternehmen gelungen ist, sowohl effektive als auch effiziente Prozesse zu verwirklichen. Die Herausforderung besteht nun darin, das bisher erreichte Niveau durch kontinuierliche Verbesserungsprozesse zu festigen.
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