Windkraftanlagen-Produktion Windenergie bringt Rückenwind für die Hersteller von Zerspanungswerkzeugen
Mit einem stetigen Wachstum von jährlich 20 bis 25% beschert der weltweite Markt für Windenergieanlagen den Werkzeugherstellern zahlreiche Aufträge. Dabei erfordert die Zerspanung der meist großen und teuren Windkraftkomponenten prozesssichere Werkzeuge mit langen Standzeiten.
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Weltweit waren Ende 2009 nach Angaben des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 158000 MW installiert. Dabei konnte die internationale Windindustrie mit einem weltweiten Zubau der neu installierten Windenergieleistung von mehr als 37000 MW ein neues Rekordjahr verbuchen. Im Vergleich zu 2008 entspricht dies einem Anstieg um rund 40%.
Windenergie wächst weiterhin kräftig
„Wir erwarten in den nächsten Jahren weltweit ein stetiges Wachstum von jährlich etwa 20 bis 25%“, schätzt Axel Küpper, Manager Business Development Germany and Automotive Europe bei der Sandvik Tooling Deutschland GmbH, die Lage weiter sehr positiv ein. Matthias Oettle, zuständig für technisches Marketing und Schutzrechte bei der Paul Horn GmbH, ergänzt: „Im Zeitraum von 2004 bis 2009 hat sich die Kapazität der Windenergie in Deutschland fast verdoppelt. Selbst im für die gesamte Wirtschaft schwierigen Jahr 2009 wurde der Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung in Deutschland um 15% gesteigert.“
Für die Hersteller von Zerspanungswerkzeugen sorgt der Windkraftsektor für kräftigen Aufwind. „Nur wenige Märkte innerhalb der Zerspanungsbranche wachsen aktuell so rasant wie die Windkraftindustrie“, konstatiert Michael Bender, Industriespezialist bei der Iscar Germany GmbH.
Daran können die Werkzeughersteller sehr intensiv partizipieren, ist man sich bei Kennametal sicher. „Denn zum einen fallen sehr viele Zerspanaufgaben bei Windkraftanlagen an und zum anderen können durch innovative Werkzeug- und Prozessdesigns Kosten gesenkt und somit direkt die Wettbewerbsfähigkeit der Windkraft erhöht werden“, urteilt Dr.-Ing. Dirk Kammermeier, Director Engineered Solutions EMEA bei der Kennametal Technologies GmbH. Einschränkend sagt Bender: „Aber nur durch Werkzeugsysteme des neuesten Entwicklungsstandes, die genau auf die Bedürfnisse der Windkraftindustrie abgestimmt sind, wird man als Werkzeughersteller vom Wachstum der Windkraftindustrie profitieren.“
Windkraftbauteile erfordern lange Beabeitungszeiten
Die Bearbeitungsaufgaben sind sehr vielschichtig und es handelt sich durchweg um große und teure Bauteile. „Drehen, Bohren, Feinspindeln sowie Fräsen von Zahnrädern und Schweißkanten sind sicherlich die dominierenden Operationen“, meint der Kennametal-Manager. „Die Fertigung von Windkraftbauteilen ist geprägt von langen Bearbeitungszeiten, meist unbeaufsichtigt“, erläutert der Iscar-Experte.
Insbesondere bei der Bearbeitung der Rotornabe seien Planfräswerkzeuge über eine lange Prozesszeit kontinuierlich im Einsatz. Dies gelte auch für das Schruppdrehen der Hauptwelle oder das Bohren der Flansche.
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