Pressen „Wir müssen dorthin gehen, wo die Champions sind“

Autor: Stéphane Itasse

Der japanische Pressenhersteller Aida hat mit seinem neuen Technologiezentrum in Weingarten für Aufmerksamkeit gesorgt. Im Exklusiv-Interview erläutert Klaus Rothenhagen, Vice President International Sales von Aida Europe, die Pläne des Unternehmens.

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„Man muss mit den Technologiepartnern in Deutschland sprechen, um die Maschinen in der Welt implementieren zu können“, sagt Klaus Rothenhagen, Vice President International Sales von Aida Europe.
„Man muss mit den Technologiepartnern in Deutschland sprechen, um die Maschinen in der Welt implementieren zu können“, sagt Klaus Rothenhagen, Vice President International Sales von Aida Europe.
(Bild: EFB)

Zusammen mit der bereits existierenden Serviceorganisation will Aida seine nordeuropäischen, deutschen und osteuropäischen Kunden über den neuen Standort schneller und effizienter bedienen. Die Aida Europe GmbH hat dazu Vertrieb, Technologie und Konstruktion, Projektmanagement, Einkauf und andere Aktivitäten übernommen. Die bestehenden Geschäftsfelder und die Fertigung für Europa bleiben in Italien und sind zusammen mit den anderen Aida-Produktionsstätten in Japan, China, Malaysia und den USA für die Herstellung von Pressenstraßen, Transferpressen und Schneidanlagen aller Größen und Konfigurationen verantwortlich.

Welches sind aus Ihrer Sicht derzeit die wichtigsten Trends im Servopressenmarkt?

Der eine große Trend geht zu hocheffizienten Pressenstraßen, die hochautomatisiert und mit maximaler Performance arbeiten. Der zweite Trend geht zu Transferpressen. In beiden Fällen spielen Kosten nicht die Hauptrolle: Es geht darum, Teile zu fertigen, die man nicht mit Low-Cost-Maschinen herstellen kann.

Aus welchen Gründen setzen Sie mit dem neuen Technologiezentrum auf den Markt Deutschland und Europa?

Die Umformtechnik kommt vor allem aus Deutschland, Japan und einigen Ländern Südeuropas. Im High-End-Bereich ist sicherlich Deutschland dominierend. Zum einen gibt es hier eine entsprechende Hochschullandschaft, zum anderen eine Vielzahl von Zulieferern für die Umformtechnik. Wenn man in der Champions League mitspielen will, muss man also dorthin gehen, wo die Champions sind, und das ist Deutschland. Auch wenn die Umformmaschinen in aller Welt in den Fabriken stehen, werden Sie in Deutschland und Europa konstruiert und gefertigt.

Welche Erwartungen haben Sie an den deutschen und den europäischen Markt im Vergleich zum Rest der Welt?

Deutsche und europäische Unternehmen investieren stark im Ausland, doch es ist die Zentrale, die die Planung für die ganze Welt macht. Man muss mit den Technologiepartnern in Deutschland sprechen, um die Maschinen in der Welt implementieren zu können. Wir wollen die europäischen Kunden in den Rest der Welt begleiten, aber dazu müssen wir sie hier vor Ort erst überzeugen.

Wie kam es zu der Entscheidung für den Standort Weingarten?

Wir wollten außer unserem Büro in Kamen bei Dortmund einen Standort im Süden Deutschlands haben, weil dort die Umformtechnik stärker vertreten ist als in Norddeutschland. Stuttgart oder München kamen allerdings nicht infrage, da sind die Gehälter nicht passend. In Weingarten können wir zudem viele gut qualifizierte Mitarbeiter finden, die sich in der Umformtechnik engagieren wollen. Die Verkehrsanbindung ist an diesem Standort zwar nicht optimal, aber ausreichend.

Welche weiteren Pläne haben Sie für den Standort?

In einer ersten Phase wollen wir einen Stamm von bis zu 50 Mitarbeitern bis Ende 2017 aufbauen, diese Mitarbeiter werden in den nächsten Monaten sukzessive eingestellt. Die nächste Frage, die oft gestellt wird, ist die, ob es ein Vorführ- oder Tryoutzentrum geben wird. Diese Möglichkeiten haben wir an diesem Standort.

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