Suchen

Extrusionstechnik

Wirtschaftlicher und flexibler zum stabilen medizinischen Schlauch

| Redakteur: Peter Königsreuther

Die Compamed ist der Schauplatz, an dem Trelleborg sein Extrusionsverfahren Geotrans vorstellt. Es erlaubt die Veränderung der Geometrie von Schläuche während deren Herstellung. Das bringe viele Vorteile mit sich.

Firmen zum Thema

Anwendungsbeispiele von mit dem Extrusionsverfahren Geotrans von Trelleborg herstellbaren, medizinischen Produkten.
Anwendungsbeispiele von mit dem Extrusionsverfahren Geotrans von Trelleborg herstellbaren, medizinischen Produkten.
(Bild: Trelleborg)

Schlauchverbindungen können zusätzliche Schwachstellen darstellen, Fehlfunktionen hervorrufen oder zu inneren Fehlstellungen führen, an denen Flüssigkeiten möglicherweise verwirbeln oder blockiert werden, erklärt Trelleborg zunächst das Hintergrundproblem. Mithilfe des Geotrans-Verfahrens von Trelleborg ließe sich das nun sicher verhindern. Und gleichzeitig würden die so hergestellten Medizinprodukte mechanisch belastbarer, wodurch sich deren Lebensdauer erhöht, wie es weiter heißt.

Fest- oder HCR-Silikon heißt der Werkstoff der Wahl

„HCR-Silikon verfügt über eine einzigartige Grünfestigkeit, also eine hervorragende Formfestigkeit des unvulkanisierten Elastomers“, erklärt Dan Sanchez, Product Manager im Geschäftsbereich Healthcare & Medical bei Trelleborg. Dadurch, so Sachez weiter, lassen sich während der Extrusion hoch komplexe Geometrien umsetzen. Beim Geotrans-Prozess können demnach Werkzeugkomponenten während der Extrusion verschoben werden, um etwa den Querschnitt des Produkts in Form und Größe substantiell zu ändern. So bieten sich völlig neue gestalterische Möglichkeiten für eine Vielzahl verschiedener Medizinprodukte, beispielsweise für Wunddrainagen oder Wirbelsäulen- und Hämodialysekatheter, sagt Sanchez. Der Extrusionsprozess Geotrans wird etwa für die Fertigung von Produkten zwischen 7 und 24 French (auf der Katheterskala) verwendet.

Bildergalerie

Schneller und mit weniger Komponenten zum Ziel

Für Medizinproduktehersteller bedeute das Verfahren, dass sie ihre Fertigungszeiten und -kosten senken könnten. Mithilfe des Geotrans-Verfahrens kann der gesamte Zeitaufwand für Fertigung, Montage und Qualitätsprüfung im Vergleich zur herkömmlichen Extrusion deutlich reduziert werden, heißt es. Das Produktionsvolumen vieler Langzeitimplantate rechtfertige beispielsweise keine komplexe, automatisierte Montage. Unter Berücksichtigung einer Geometrieänderung, zum Beispiel im Rahmen eines Redesigns, kann sich die manuelle Montage einer Komponente aber erübrigen, so Trelleborg. Mit dieser Chance zur Reduzierung von Komponenten und Sekundärprozessen könne die Design-Validierung auch deutlich verkürzt werden. Aufgrund der Risikominimierung ist es auch einfacher, internationale Standards und regulatorische Anforderungen für einzelne Bauteile zu erfüllen, betont Trelleborg.

Beispiele der Möglichkeiten des Geotrans-Verfahrens:

  • Die Umwandlung eines Schlauchs von einem Einzellumen- in einen Mehrlumenschlauch oder die Teilung eines Mehrlumenschlauchs in zwei oder drei Einzellumenschläuche;
  • Ein oder mehrere Lumen, die innerhalb eines Mehrlumenschlauchs enden und beginnen, wodurch nachgeschaltete Schritte wie das Blockieren eines Lumens entfallen. Das ermöglicht etwa das Entfalten eines Ballonkatheters;
  • Ein Wundschlauch mit drei verschiedenen Bestandteilen (extrudierter Schlauch, Extrudat mit komplexem Querschnitt plus ein geformtes Verbindungsstück), der als einzelne Extrusion mit zwei oder mehreren verschiedenen geometrischen Querschnitten herstellbar ist. Diese haben einen glatten, integrierten Übergang anstelle eines Verbindungsstücks;
  • Schläuche für Anwendungen, die einen variablen Außendurchmesser mit einem konstanten oder ebenfalls variablen Innendurchmesser erfordern, herstellbar mit sehr kurzem Übergangsbereich;
  • Gabelförmige Schläuche, die typischerweise aus vier Komponenten bestehen (einem Doppellumen-Schlauch, zwei Einzellumen-Schläuchen und einem geformten Verbindungsstück), herstellbar innerhalb eines Extrusionsvorgangs.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46246266)