Studie Wo ist der deutsche Wasserstoffchampion?

Redakteur: Gary Huck

Wenn die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung Erfolg haben soll, muss die passende Infrastruktur existieren. Wo bereits Kompetenzen im Bereich Wasserstoff vorhanden sind, zeigt dieses Ranking.

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Neun Regionen wurden für das Ranking verglichen. Die Metropolregion Ruhr schnitt am besten ab.
Neun Regionen wurden für das Ranking verglichen. Die Metropolregion Ruhr schnitt am besten ab.
(Bild: Institut der detschen Wirtschaft (IW))

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat im Auftrag des Regionalverbands Ruhr eine Studie zur Wasserstoffkompetenz in Deutschland durchgeführt. Ein darauf basierendes Wasserstoffranking wurde nun veröffentlicht. Darin wurden neuen Metropolregionen anhand unterschiedlicher Kriterien verglichen. Die Metropolregion Ruhr landet im Gesamtranking auf Platz 1. Auf Platz 2 und 3 finden sich Stuttgart und München wieder. Im Mittelfeld liegen Hamburg, Mitteldeutschland und die Rhein-Neckar-Region. Den Abschluss bilden das Rhein-Main-Gebiet, die Rhein-Region und Berlin-Brandenburg.

Für die Untersuchung analysierte das IW die unterschiedlichen Regionen anhand von elf Indikatoren:

  • Wasserstoffaffine Unternehmen
  • Hochschulen und Forschungseinrichtungen
  • Fördersummen bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten (FuE)
  • Verflechtungen von FuE-Projekten ins Ausland
  • Kooperierende Unternehmen in FuE-Projekten
  • Netzwerke regionaler Akteure
  • Wasserstofforientierte Gründungen

Zusätzlich zu diesen sieben Indikatoren wurde der nationale Wasserstoffrat noch gebeten zu vier weiteren Indikatoren Einschätzungen abzugeben:

  • Beurteilung der Unternehmenslandschaft
  • Beurteilung der Forschungslandschaft
  • Beurteilung der Wasserstoffinfrastruktur
  • Beurteilung der Wasserstoffcluster und -initiativen

Eine Analyse der einzelnen Indikatoren des Rankings zeigt, dass im Bereich Wasserstoff unterschiedliche Regionen verschiedene Stärken aufweisen: Der Norden punktet mit Off- und On-Shore-Windanlagen, die grünen Strom für die Wasserstoffherstellung liefern. Außerdem ist er über Seehäfen an die interkontinentale Handelsinfrastruktur angebunden. Im Ruhrgebiet verfügt man über industrielles Know-how und Erfahrungen mit wirtschaftlichem und strukturellem Wandel. Mitteldeutschland ist laut dem Ranking bei der Grundlagenforschung für den Bereich Wasserstoff gut aufgestellt. Der von der Automobilindustrie geprägte Süden bietet Potenzial für die Erforschung und Erprobung von Wasserstoffantrieben.

Um regionale Stärken zu nutzen und Synergien zu bilden, empfiehlt das IW eine nationale Koordinierungsstelle für die Wasserstoffwirtschaft einzurichten. Da das Ruhrgebiet in der Untersuchung in der Breite am besten abgeschnitten hat, würde es sich anbieten, die Koordinierungsstelle dort aufzubauen.