Karrierenetzwerke Xing, Linkedin & Co – wann lohnt sich eine Premiummitgliedschaft?

Von Marie Lücke

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Eine aktuelle Studie zeigt, wann kostenpflichtige Zusatzfunktionen in Karrierenetzwerken förderlich für die Karriere sind. Wir geben Tipps, wie Sie das Optimum aus Ihrem Account herausholen.

Meetings mit Kollegen oder Geschäftspartnern haben sich in den virtuellen Raum verlagert. Dementsprechend boomen auch die Karriereplattformen.
Meetings mit Kollegen oder Geschäftspartnern haben sich in den virtuellen Raum verlagert. Dementsprechend boomen auch die Karriereplattformen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Die Art und Weise, wie wir uns vernetzen, hat sich durch die Coronapandemie nachhaltig verändert. Der Austausch zwischen Kollegen oder Geschäftspartnern findet im Homeoffice nur im virtuellen Raum statt. Doch Kontakte und Beziehungen sind wichtig, um die eigene Karriere vorantreiben zu können. Folglich gewinnen die Karrierenetzwerke umso mehr an Bedeutung.

Karrierenetzwerke wie Xing oder LinkedIn funktionieren nach dem Freemium-Prinzip. Die Portale bieten Ihren Kunden sowohl eine kostenlose Basismitgliedschaft als auch eine kostenpflichtige Premiummitgliedschaft an. Bei einem Upgrade zur kostenpflichtigen Version, versprechen die Anbieter, das Wachstum des eigenen beruflichen Netzwerks zu beschleunigen. Doch können bezahlte Angebote der Karriere wirklich einen Mehrwert bieten? In unserer Bildergalerie verraten wir Ihnen Tipps, wie Sie das Optimum aus Ihrem Account herausholen.

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Das Experiment mit Freelancern

Wissenschaftler der Otto Beisheim School of Management in Vallendar bei Koblenz, der HEC Paris und der Goethe-Universität Frankfurt am Main haben in ihrer aktuellen Studie „Lohnen sich Premiummitgliedschaften in Karrierenetzwerken?“ analysiert, ob die Premiumfunktionen der Karrierenetzwerke tatsächlich zu einem Anstieg des sozialen Kapitals führen. Gemeint sind damit die engen Beziehungen zwischen Personen, die sich gegenseitig helfen können, ihre Ziele zu erreichen, und dabei auf ein starkes Netzwerk zurückgreifen können.

Die Herausforderung der Studie lag darin, nachzuweisen, dass die Premiumversion Nutzer dabei unterstützt, ihr Netzwerk zu vergrößern. Festgestellt werden musste also ein wertstiftender Einfluss der Ursache (Kauf der Premiumversion) auf die vermeintliche Wirkung (größeres Netzwerk). In der Wissenschaft nennt man dies einen „kausalen Zusammenhang“.

Um den Nutzen messen zu können, führten die Forscher ein Experiment mit 215 Freelancern durch, da diese besonders auf ihr Berufsnetzwerk angewiesen sind. Unter diesen freien Mitarbeitern verlosten die Wissenschaftler 75 Premiummitgliedschaften für die Dauer von zwölf Monaten. Die Forscher verglichen daraufhin die Gewinnergruppe und die Gruppe von Nutzern mit dem freien Zugang in Hinblick auf die Entwicklung des sozialen Kapitals. Zusätzlich analysierten die sie die Individualnutzungsdaten von über 50.000 weiteren Freelancern, um ein eindeutigeres Ergebnis und damit eine repräsentativere Studie zu erhalten.

Aktive und passive Nutzer

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die kostenpflichtige Mitgliedschaft wie ein Verstärker auf den Ausbau des eigenen Netzwerks wirken kann. Allerdings trifft dies nur bei Personen zu, die die Karriereplattform sehr aktiv nutzen. In diesem Fall beobachteten die Forscher beim Experiment einen überproportionalen Anstieg des sozialen Kapitals. Dementsprechend ist das aktive Engagement die Grundvoraussetzung, um einen Mehrwert aus der Premiummitgliedschaft zu erzielen.

Nicht wesentlich von der Premiumversion profitieren konnten hingegen passive Nutzer, die darauf hofften, nur durch eine stärkere Präsenz ihres Profils ihr Netzwerk vergrößern zu können.

Auswirkungen der Funktionen

Darüber hinaus konnten die Forscher nachweisen, dass sich aktiv genutzte Funktionen besonders positiv auf das soziale Kapital der Nutzer auswirken. Zu den aktiven Funktionen zählen zum Beispiel das direkte Anschreiben von Mitgliedern, Suchanfragen oder ein automatischer Alarm für Suchergebnisse.

Passive Funktionen wie Statistiken, über die Besucher auf dem eigenen Nutzerprofil oder die farbliche Hervorhebung als Premiumnutzer in den Suchergebnissen anderer Nutzer sorgten dagegen nur für eine moderate Erweiterung des eigenen Netzwerks.

Außerdem stellten die Autoren der Studie fest, dass die Grundaktivität der Nutzer direkt nach dem Kauf eines Premiumaccounts erheblich ansteigt. Danach fällt diese in vielen Fällen schrittweise wieder ab. Doch auch nach einer längeren Zeit sind die Premiummitglieder noch aktiver als die Nutzer von Basisaccounts.

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