Oerlikon Balzers Zanini Auto Grup setzt auf PVD-Beschichtung statt Chrom(VI)

Autor Stéphane Itasse

Die spanische Zanini Auto Grup wird in Kürze ihre erste automatische Lackieranlage in Betrieb nehmen: eine Inubia P6 für die UV-Lack-Beschichtung von Kunststoffkomponenten. Zusammen mit der PVD-Beschichtungstechnik von Oerlikon Balzers werde Zanini damit in der Lage sein, die Automobilindustrie mit metallisierten Kunststoffkomponenten zu beliefern, wie das Liechtensteiner Unternehmen mitteilt.

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Mit der neuen Anlage kann die Zanini Auto Grup Komponenten in Chromoptik herstellen, ohne gefährliches Chrom(VI) einsetzen zu müssen.
Mit der neuen Anlage kann die Zanini Auto Grup Komponenten in Chromoptik herstellen, ohne gefährliches Chrom(VI) einsetzen zu müssen.
(Bild: Oerlikon Balzers)

Diese Komponenten erfüllten hohe Erwartungen, unter anderem in Bezug auf die glänzende, metallische Erscheinung der beliebten Chromoptik. Gleichzeitig würden alle Sicherheits- und Umweltschutzanforderungen eingehalten.

EPD ermöglicht Chromoptik ohne Einsatz von Chrom(VI)

Bei der Kunststoffmetallisierung handle es sich um eine Technik, die schon seit mehreren Jahren die Aufmerksamkeit von Designern und wichtigen Industriebereichen auf sich ziehe. Produkte, die Komponenten in Metalloptik enthalten, liegen im Trend und werden vom Konsumenten als hochwertiger wahrgenommen, wie es in der Mitteilung heißt. Aus Umweltgründen seien Wissenschaftler und Entwickler auf der Suche nach neuen Oberflächentechniken und entwickelten alternative Beschichtungen mit vergleichbaren visuellen und schützenden Eigenschaften, die geringere oder keine Auswirkungen auf die Umwelt hätten.

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Oerlikon Balzers hat nach eigenen Angaben EPD entwickelt, eine Oberflächentechnik, die nicht nur den glänzenden Metalllook ermöglicht - wobei die Chromoptik besonders beliebt ist - sondern auch jene Schutzwirkung garantiert, die eine Beschichtung aufweisen muss. Darüber hinaus sei die EPD-Technik umweltfreundlicher als herkömmliche Metallisierungstechniken. Denn bei dieser Beschichtungstechnik kämen keine toxischen Substanzen wie Chrom(VI) oder andere Schwermetalle zum Einsatz.

Die Zanini Auto Grup mit Sitz in Parets del Vallés, Barcelona, Spanien, ist seit über 50 Jahren Komplettanbieter von Außen- und Innenteilen für Fahrzeuge, wie es heißt. Ihr Angebot umfasse sowohl Spritzgussteile als auch metallisierte Kunststoffkomponenten. Überall auf der Welt fänden sich ihre Radkappen, Kühlergrills, Türgriffe, Markenembleme, Zierleisten und Airbag-Abdeckungen in den Fahrzeugen bekannter Automarken. Zanini verlässt sich laut Mitteilung seit 2005 auf die PVD-Technik von Oerlikon Balzers und hat in Zusammenarbeit mit dessen Technikexperten Erfahrungen in Bezug auf Interieur- und Exterieurteile für die Automobilindustrie gesammelt.

Neuartige EPD-Beschichtungstechnik von Oerlikon Balzers lizenziert

Dank der neuen Inubia P6 werde Zanini Beschichtungen anbieten können, die auf der EPD-Technik beruhen und von Oerlikon Balzers lizenziert seien. „Wir sehen diesen Schritt als den Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Entsprechend den Marktbedürfnissen werden wir unsere Kapazitäten in Europa, den USA und China mit weiteren Anlagen und der EPD-Technik von Oerlikon Balzers erweitern“, sagt Xavier Serra Monté, Manufacturing und Engineering Director bei Zanini. In einem weiteren Schritt könne Zanini die Kapazitäten der Anlagen durch eine vollautomatische, zwischengeschaltete PVD-Beschichtungsanlage erweitern und damit PVD-Beschichtung und UV-Farbtechnik in einem einzigen System integrieren.

„Die EPD-Technik erhöht Materialeffizienz und Sicherheit, die Arbeiter werden nicht so genannten ‚sehr besorgniserregenden Stoffen‘ (Substances of Very High Concern; SVHC) ausgesetzt und die Beschichtung hat keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt. Sie ist nachhaltiger als die herkömmliche Verchromung, weil sie ressourcensparend ist und weniger Energie verbraucht“, erläutert Bernd Fischer, Head of Oerlikon Balzers. Des Weiteren enthalte die EPD-Beschichtung keine gefährlichen Substanzen, produziere somit geringe Emissionen und keinen Giftmüll. Im Gegensatz zu Beschichtungen, die Chrom(VI) enthalten, sei Zanini deshalb auch nicht von den Beschränkungen der europäischen Reach-Verordnung betroffen.

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