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Thyssen-Krupp Steel

Zink-Magnesium-Schichten verbessern den Korrosionsschutz bei Kaltband-Produkten

| Redakteur: Josef-Martin Kraus

Selbst ein jahrhundertealtes Verfahren wie das Feuerverzinken birgt Potenzial für Innovationen. Das verdeutlicht Thyssen-Krupp Steel. Am DOC Dortmunder Oberflächen-Centrum hat das Unternehmen eine Zink-Magnesium-Schicht ZnMg Eco-Protect für Kaltband entwickelt. Im Vergleich zu konventionellen Zinkschichten wird damit ein deutlich besserer Korrosionsschutz erzielt.

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Das Schichtprodukt ZMg Eco-Protect verleiht kalt gewalztem Stahlband einen doppelt so hohen Korrosionsschutz im Vergleich zu konventionellen Zinkschichten.
Das Schichtprodukt ZMg Eco-Protect verleiht kalt gewalztem Stahlband einen doppelt so hohen Korrosionsschutz im Vergleich zu konventionellen Zinkschichten.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Zink-Magnesium-Schicht wird im Schmelztauchverfahren aufgebracht. Auch die Neigung von Schnittkanten- und Schnittflächenkorrosion ist erheblich reduziert. Üblicherweise wird beim Feuerverzinken kalt gewalztes Stahlband durch eine etwa 460 °C heiße Zinkschmelze geleitet und anschließend abgekühlt, so dass der Zinküberzug auf der Bandoberfläche erstarrt. Zum Abscheiden der Schutzschicht ZMg Eco-Protect ist das Zinkbad mit rund 1% Magnesium angereichert.

Zuschnitte mit dieser Schutzschicht lassen sich laut Thyssen-Krupp Steel genauso gut umformen, schweißen und lackieren wie Bleche mit einer klassischen Feuerverzinkung. Das kalt gewalzte, mit Zink-Magnesium beschichtete Stahlband gibt es in Banddicken von 0,4 bis 3,0 mm und Bandbreiten von 600 bis 1650 mm. Je nach Anwendung können 60 bis 350 g Zink-Magnesium je Quadratmeter Oberfläche aufgebracht werden.

Anwendbar in der Automobil-, Bau- und Hausgeräteindustrie

Potenzielle Anwendungen für dieses Stahlband werden in der Fahrzeugindustrie, im Bau und bei Hausgeräten gesehen. Im Fachzeugbau kann die Zink-Magnesium-Schicht Innenteile in korrosionsgefährdeten Bereichen der Karosserie schützen.

Bei dieser Anwendung besteht die Möglichkeit, entweder Karosserieteile mit einer im Vergleich zur herkömmlichen Feuerverzinkung verringerten Schichtdicke zu verwenden oder mit dem gleichen Auflagengewicht einen wesentlich höheren Korrosionsschutz zu erreichen. Bei höheren Auflagengewichten könne Zink-Magnesium insbesondere bei Fahrwerkbauteilen sogar die Stückverzinkung ersetzen, so dass sich erhebliche Kosten einsparen ließen.

Anwenden lässt sich die Korrosionsschutzschicht auch bei Kabelkanälen, Gerüstbohlen und Türzargen. Sie hat sich auch als Träger für organische Schichten – Lack- oder Kunststoffoberflächen – als geeignet erwiesen, die im Coil-Coating-Verfahren aufgebracht werden.

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