2. VDMA-Kongress „Intelligenter Produzieren“ Zwischen Renaissance und neuer Bescheidenheit

Redakteur: Peter Steinmüller

Strategien für Management und Technik, mit denen sich der deutsche Maschinenbau in der globalisierten Wirtschaft behaupten kann, waren Thema des 2. VDMA-Kongresses „Intelligenter Produzieren“. Trotz schlechter Branchenkonjunktur gaben sich Referenten und Veranstalter zuversichtlich.

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VDMA-Präsident Dr. Manfred Wittenstein hatte während des Kongresses schlechte Nachrichten mitzuteilen: Er musste einräumen, dass der Abbau von Arbeitsplätzen in der Kernbelegschaft die bisher prognostizierten 25 000 möglicherweise weit übersteigt (siehe MM 27/2009). VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann hält inzwischen den Verlust von bis zu 50 000 Stellen für möglich.

Maschinenbau will Stammbelegschaft verringern

Laut einer Mitgliederumfrage von Anfang Juni plant gut die Hälfte der Betriebe, ihre Stammbelegschaft zu verringern. In den VDMA- Mitgliedsfirmen arbeiteten im März 158 000 Beschäftigte kurz. Der bisher erwartete Umsatzeinbruch von 20% soll laut Wittenstein aber nicht noch schlimmer ausfallen. Wittenstein gab sich vor den rund 240 Teilnehmern in Mannheim trotzdem optimistisch: „Wir erleben eine Renaissance der industriellen Produktion.“

Nach Überzeugung des VDMA-Präsidenten erwachsen aus den weltweiten energie- und umweltpolitischen Herausforderungen riesige Chancen für den deutschen Maschinenbau. Denn mit den sogenannten Green Production Technologies seien die deutschen Industriebetriebe schon lange erfolgreich.

Vor der Revolution in den Produktionsstätten

Welche Probleme die Industrie dabei zu bewältigen hat, verdeutlichte der Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Heinrich A. Flegel, Forschungsleiter Produk-tion bei der Daimler AG in Stuttgart. Flegel bezeichnete die A-Klasse seines Konzerns als die einzige Fahrzeugplattform weltweit, die für alternative Antriebe vorbereitet sei. Der Umstieg auf das Green Car der Zukunft macht laut Flegel eine Revolution der Produktionsstätten notwendig. Dazu gehöre auch der Umstieg auf Leichtbauweise, beispielsweise mit Hilfe von Kunstfasern und neuen Harzsystemen.

Green Luxury Cars – Chance für deutsche Premium-Hersteller

Allerdings sind Flegel zufolge noch große Probleme zu lösen: „Das Hauptproblem der alternativen Leichtbauwerkstoffe sind Kosten und die fehlende Prozessfähigkeit.“ Aufgrund ihrer Marktführerschaft bei hochwertigen Automobilen sieht Flegel die Chancen der deutschen Hersteller besonders in der Entwicklung von Green Luxury Cars. Selbst bei Mittelklasse- und Kleinwagen bildet sich laut Flegel ein Premiumsegment heraus, das es zu nutzen gelte.

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