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Führung von unten

13 Tipps – So führe ich meinen Chef

| Redakteur: Jürgen Schreier

Für Berater Stefan Häseli steht fest: „Ständiges Jammern über seinen Chef ist in der Regel Ausdruck von Schwäche.“
Für Berater Stefan Häseli steht fest: „Ständiges Jammern über seinen Chef ist in der Regel Ausdruck von Schwäche.“ (Bild: Atelier Coaching & Training)

Meist sind die Hierarchien und Führungsschichten in einem Unternehmen klar definiert. Doch gibt es immer wieder auch Situationen, in denen eine laterale Führung, sprich Führen ohne Macht und Weisungsbefugnis gefragt ist. Wie's geht, verrät Ihnen dieser Artikel.

Zunächst einmal ist es für alle Beteiligten wichtig, die fehlende Weisungsbefugnis im ersten Schritt zu akzeptieren. Werden unterschiedliche Interessenlagen berücksichtigt, können meist auch gemeinsame Ziele ausgehandelt werden. Ein selbstbewusstes Auftreten ist eine gute Basis, um ein gutes Netzwerk aufzubauen und eventuell vorhandene Machtstrukturen zu nutzen.

Führung ohne Befugnis setzt außerdem voraus, dass die Führungskraft eine hohe Akzeptanz durch Fachwissen, gute Ideen und neue Denkansätze schafft. Wird darüber hinaus der Nutzen für das Gegenüber in den Vordergrund gestellt, kann meist sehr schnell ein gemeinsames weiteres Vorgehen vereinbart werde. Eine besondere Form der lateralen Führung ist die Führung von unten. Stefan Häseli, Autor des Buches „Traumrolle Chef“, hat 13 Grundsätze formuliert zum Thema „Wie führe ich meinen Chef?“:

Der Chef – flexibel wie ein Betonblock

  • Grundsatz 1: Das Verhalten seines Chefs kann man nicht ändern.
  • Grundsatz 2: Chefs beharren oft, auch wenn sie noch so vehement über die Notwendigkeit von Veränderungen sprechen, eigentümlich stur darauf, so zu bleiben, wie sie sind.
  • Grundsatz 3: Es ist klar, dass der Vorgesetzte die letzte Möglichkeit hat, sich per „Macht“ und „Weisung“ durchzusetzen.
  • Grundsatz 4: Eine gute Arbeitsbeziehung zu seinem Chef erleichtert das Leben, während eine schwierige Beziehung das Leben zur Hölle machen kann.
  • Grundsatz 5: Man muss seinen Chef managen oder man muss ihn erdulden.
  • Grundsatz 6: Ständiges Jammern über seinen Chef ist in der Regel Ausdruck von Schwäche.
  • Grundsatz 7: Ständig die Stelle wechseln, weil man mit seinem Chef nicht klarkommt, bringt in der Regel wenig. Der neue Chef ist kaum besser, nur anders. Oder anders herum: Wer ständig flüchtet, vergisst, was er immer mitnimmt – sich selber.
  • Grundsatz 8: Finde heraus, was der Chef für ein Mensch ist, welche spezifischen Eigenarten er hat: Ist er ein Leser oder Hörer bzw. liest er lieber E-Mails oder telefoniert er lieber? Ist er ein Anhänger detaillierter Darstellungen oder des knappen und vielleicht unvollständigen Wortes? Hat er lieber wenige längere oder mehrere kurze Besprechungen? Was bedeuten ihm zwischenmenschliche Beziehungen und Gesprächsthemen?
  • Grundsatz 9: Seine Zeit nutzen; das heißt, sich auf Gespräche mit ihm immer vorbereiten (Ziel, Zweck usw. bekannt geben).
  • Grundsatz 10: Feedbackschlaufe einhalten; kein Chef kann alles behalten und schon gar nicht Gedanken lesen.
  • Grundsatz 11: Zeige Fachkompetenz und Lösungskreativität; reklamiere nie, ohne Ursachen und alternative Lösungsansätze aufzuzeigen.
  • Grundsatz 12: Ein Kadermitarbeiter, der nicht ab und zu seine Kompetenzen ausreizt, ist ein schlechter Kadermitarbeiter.
  • Grundsatz 13: Verweigere die Rolle des ausführenden Mitarbeiters, geh in die Rolle des mitdenkenden Kadermitarbeiters.

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