Ende einer Ära Chinas Steuer auf deutsche Luxusautos wird wohl zum Problem

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Für den Absatz deutscher Nobelkarossen war China bisher ein Paradies. Mehrere Gründe gibt es aber nun, die den Deutschen das Leben schwer machen ...

Ach, Maybach! Luxusautos sind in China zwar noch gefragt, aber der Trend geht zu eigenen Marken. Europäische – und damit auch deutsche Autohersteller – spüren das. Seit einem Jahr gibt es auch eine Steuer auf Nobelkarossen. Lesen Sie hier, wie sich das Ganze auswirkt ...(Bild:  Mercedes)
Ach, Maybach! Luxusautos sind in China zwar noch gefragt, aber der Trend geht zu eigenen Marken. Europäische – und damit auch deutsche Autohersteller – spüren das. Seit einem Jahr gibt es auch eine Steuer auf Nobelkarossen. Lesen Sie hier, wie sich das Ganze auswirkt ...
(Bild: Mercedes)

Die Absätze von deutschen Luxusautos sind in China stark eingebrochen, weil zum einen das Geld bei den Kunden nicht mehr so locker sitzt, wie sonst – etwa durch die Immobilienkrise – oder der weil die Wahl auf chinesische Modelle fällt. und vor einem Jahr kam eine neue Steuerregelung für Luxusautos. Das heißt dass Grenze, ab der die Abgabe fällig wird, von bisher 1,3 Millionen Yuan für Neufahrzeuge ohne Mehrwertsteuer auf 900.000 Yuan (derzeit etwa 116.000 Euro) herabgesetzt wurde. Die Anpassung der chinesischen sogenannten Luxussteuer auf Fahrzeuge im vergangenen Jahr hat sich nun, wie erwartet, besonders negativ für die deutschen, aber auch für die europäischen Autohersteller ausgewirkt. Das teilte nun eine Sprecherin des Verbands der Automobilindustrie (VDA) auf Anfrage der dpa mit.

Deutsche Hersteller verlieren auch technisch an Boden in China

Nach Einschätzung von Cui Dongshu, dem Generalsekretär des chinesischen Pkw-Verbandes CPCA, hat die gesenkte Schwelle für die Luxussteuer den Markt strukturell verändert. Besonders die Nachfrage nach Verbrennern zwischen 900.000 und 1,3 Millionen Yuan sei deutlich zurückgegangen. Deutsche Hersteller müssten die zusätzliche Belastung dann entweder über höhere Endpreise weitergeben und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit schwächen, oder zulasten ihrer Margen selbst tragen. Zugleich würden teure Sonderausstattungen gestrafft, damit die Preise gezielt unter der Steuerschwelle rangieren, wie es weiter heißt. Verbraucher weichen deshalb verstärkt auf chinesische Oberklassemodelle mit Elektro- oder Hybridantrieb sowie auf günstigere gebrauchte Luxusautos aus. Die Steuer ist aus Cuis Sicht jedoch nicht das Hauptproblem der deutschen Hersteller: Den Aufstieg chinesischer Premiummarken bezeichnete er als entscheidenden Schlag! Und dabei sei der ernsthafte Rückstand in Sachen „intelligenter“ Fahrzeugtechnik und bei der Elektrifizierung zu nennen.

So sehen die deutschen Autohersteller die Lage in China:

Bei BMW betreffe die Steuer nur einzelne Oberklassemodelle, die nach China importiert werden, heißt es aus München. Der Fahrzeugpreis betreffe insofern eher geringe Volumina, die von einer kaufkräftigen Kundenschicht bestellt würden. Der abgesenkte Schwellenwert hat laut BMW deshalb kaum Auswirkungen auf den Gesamtabsatz bei BMW. Und der VW-Tochter Audi zufolge betrifft die Regelung auch nur eine sehr begrenzte Anzahl von in China verkauften Modelle. Beim Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche seien auch nur einzelne Typen betroffen. Die konkreten Auswirkungen ließen sich nur schwer isoliert betrachten. Das äußerte dazu ein Sprecher von Mercedes-Benz. Der Anteil der betroffenen Fahrzeuge liege bei Mercedes bei unter fünf Prozent des Gesamtabsatzes. Diese Fahrzeuge befänden sich ausschließlich im Luxussegment – insbesondere also in puncto S-Klasse und der Mercedes-Maybach-Modelle. Fakt ist aber auf jeden Fall, dass die Absätze zuletzt bei allen weiter zurückgegangen sind. Bei Porsche sanken die Auslieferungen in China im ersten Halbjahr um 32 Prozent, bei Mercedes seit Januar um 28 Prozent. Bei BMW sackte der Absatz im gleichen Zeitraum um 20 Prozent ab und bei Audi um 19 Prozent.

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