Finanzierung Alternative Finanzierung: Hedgefonds als Option

Autor / Redakteur: Annerose Tashiro / Robert Horn

Die Kreditvergabe von Banken an Unternehmen geht immer weiter zurück. Dadurch steigt der Bedarf an alternativen Finanzierungsquellen. Risikofinanzierer, wie etwa Hedgefonds, können eine Option für Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe sein. Vor­bereitung ist dabei jedoch das A und O – die Unternehmen müssen die Finanzierungsformen und Investitionsstrategien der Finanz­investoren genau kennen.

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Am Ende einer langfristigen Finanzierung streben die Fonds oft den Exit über einen Börsengang oder ein öffentliches Verkaufsverfahren an.
Am Ende einer langfristigen Finanzierung streben die Fonds oft den Exit über einen Börsengang oder ein öffentliches Verkaufsverfahren an.
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Das Wichtigste ist, dass sich die Unternehmen zuerst die Frage nach ihrer eigenen Situation stellen: Wozu soll das benötigte Kapital eingesetzt werden? Wie lang- oder kurzfristig wird es benötigt? Können Sicherheiten zur Verfügung gestellt werden – wenn ja, inwieweit? Ist der Großteil des Unternehmensvermögens bereits belastet oder können Positionen im Eigenkapital angeboten werden? Diese Vorbereitung spielt eine große Rolle, da sich Hedgefonds in der Regel auf bestimmte Finanzierungsformen fokussiert haben. Je nach Bedarf kommen daher nur einzelne Fonds als Investoren in Frage:

Erstens, kurzfristige Finanzierung: Die Fonds stellen Fremdkapital für einen Zeitraum von zwei oder drei Jahren zur Verfügung. Ihr Risiko lassen sich die Fonds meist mit hohen Zinsen vergüten. Oft werden zudem Erfolgskomponenten vereinbart – wie etwa die Umsetzung eines Projekts. Am Ende des Finanzierungszeitraumes verkaufen die Fonds ihre Kreditforderung in der Regel an andere Fonds weiter.

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Zweitens, Brücken- oder Interimsfinanzierung: Hier sind die Zeiträume noch kürzer als bei der kurzfristigen Finanzierung, die Zinsen entsprechend höher. Interimsfinanzierungen werden oft genutzt, um Investitionsvorhaben anzuschieben oder um Verhandlungen mit anderen Finanzgläubigern bei einer langfristigen Refinanzierung zu überbrücken.

Drittens, langfristige Finanzierungen: Dieses Kapital steht eher im Zusammenhang mit weitgehenden Restrukturierungsmaßnahmen über einen Zeitraum von fünf Jahren aufwärts. Fonds, die in diesem Bereich tätig sind, haben oft in mehreren Unternehmen aus einer Branche investiert und bauen auf Synergieef­fekte zwischen ihren Engagements. Diese Branchen- expertise kann einen positiven Effekt für die Unternehmen haben. Am Ende des Finanzierungszeitraums streben die Fonds oft den Exit über einen Börsengang oder ein öffentliches Verkaufsverfahren an.

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