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Amtsgericht hebt Cemecon-Insolvenzverfahren auf

| Redakteur: Stéphane Itasse

Das Amtsgericht Aachen hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Cemecon AG aufgehoben. Entsprechend den Vorgaben hat der Anlagenbauer und Produzent von Hightech-Beschichtungen alle Gläubiger ausbezahlt und den Insolvenzplan erfüllt, wie die Anwaltskanzlei Mönning & Georg mitteilt.

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Der Anlagenbauer Cemecon steht nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens wieder solide da. (Bild: Cemecon)
Der Anlagenbauer Cemecon steht nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens wieder solide da. (Bild: Cemecon)

„Die Restrukturierung ist erfolgreich abgeschlossen und das Unternehmen solide auf die Zukunft ausgerichtet“, sagt Dr. Toni Leyendecker, Vorstandsvorsitzender der Cemecon AG. Er sieht nun gute Chancen, die Marktposition auszubauen. „Die Kunden sind uns treu geblieben und unsere Technologien sind weiterhin gefragt“, sagt Leyendecker. Er betont, dass dieser Erfolg nur durch die gute Zusammenarbeit zwischen Management, Betriebsrat, Belegschaft und Insolvenzverwalter Thomas Georg möglich wurde.

Cemecon inzwischen solide finanziert

Diese Einschätzung teilt auch Georg, der das Unternehmen zwei Jahre als Insolvenzverwalter fortführte. „Eine lange Fortführung in der Insolvenz und mit einer am Ende guten Lösung für alle Beteiligten, ist nur mit Teamarbeit möglich. Ich wünsche dem Unternehmen und seinen Beschäftigten für die Zukunft alles Gute“, sagt Georg.

Die Gläubiger der Cemecon AG haben im Mai 2011 auf einer Gläubigerversammlung einstimmig den von Insolvenzverwalter Thomas Georg vorgelegten Insolvenzplan angenommen (wir berichteten). Cemecon ist somit saniert und von Altschulden befreit. Die künftige Finanzierung des Mittelständlers steht auf soliden Füßen.

Hannover-Finanz steigt bei Cemecon ein

Der Unternehmenssitz bleibt in Würselen bei Aachen und die derzeit etwa 160 Arbeitsplätze bleiben erhalten. Die Gläubiger mit ungesicherten Forderungen haben eine Auszahlungsquote von 8,43% erhalten. Als Co-Investor steigt die Hannover-Finanz Gruppe ein. Der auf den Mittelstand spezialisierte Eigenkapitalgeber verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung im Beteiligungsgeschäft und wird neuer Minderheitsgesellschafter.

Die Verantwortlichen von Cemecon hatten Mitte Juni 2009 beim zuständigen Amtsgericht in Aachen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Das Gericht hatte daraufhin Thomas Georg von der auf Insolvenzen spezialisierten Aachener Kanzlei Mönning & Georg zum Insolvenzverwalter bestellt. Grund für den Insolvenzantrag war die Wirtschaftskrise und dabei insbesondere die starke Branchenkrise, die bei Cemecon zu einem Umsatzrückgang von bis zu 50% im Bereich Beschichtung und bis zu 80% im Bereich des Anlagenbaus führte.

Cemecon übertrifft nach der Sanierung die Prognosen

Georg führt den Geschäftsbetrieb seit Insolvenzantragstellung fort. Er setzte gemeinsam mit dem Vorstand umfangreiche Sanierungsmaßnahmen um und passte Cemecon an die veränderten Marktbedingungen an. Mit Erfolg: Die eingeleiteten Maßnahmen griffen und das Unternehmen hat in dieser Zeit keine weiteren Verluste mehr erwirtschaftet. Die Zahlen lagen sogar über den ursprünglich gemeinsam mit der TRC Consulting Düsseldorf erarbeiteten Prognosen.

Nachdem ein Verkauf Ende 2010 kurzfristig geplatzt ist, weil das Käuferkonsortium die Finanzierung nicht fristgerecht sicherstellen konnte, war es Ziel des Insolvenzverwalters, das Unternehmen über ein Insolvenzplanverfahren auf sichere Beine zu stellen und so aus der Insolvenz zu führen.

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