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Rotationsgießen punktet schon ab 20 Teilen
„Wesentliche Einflussfaktoren beim Rotationsgießen sind vor allem die Kosten für die Herstellung der metallischen Dauerform sowie die vergleichsweise lange Zykluszeit von rund 40 Minuten“, erklärt Grütter. Ein wichtiger Vorteil im Vergleich zu konkurrierenden Verfahren wie dem Blasformen oder Spritzgießen sind die relativ einfachen und deshalb günstigen Werkzeuge. Je nach Bauteil und sonstigen Rahmenbedingungen, kann sich der Einsatz des Rotationsgießens deshalb schon ab 20 Stück lohnen. Aber die langen Zykluszeiten begrenzen auf der anderen Seite die maximalen Produktionszahlen von rund 2500 Stück – es sei denn, man investiert in die Herstellung zahlreicher Formen und in eine größere Zahl parallel arbeitender Produktionsanlagen.

Erfolg durch Entwicklungspartnerschaft
„Die intensive Beratung unserer Kunden schon im Vorfeld der Entwicklung neuer Produkte spielt bei uns eine ganz wesentliche Rolle“, weiß Schnyder. Dies betrifft im Prinzip alle Aspekte der Herstellung und beginnt bereits bei der Materialauswahl. Neben der Stabilität geht es hierbei oft auch um Verträglichkeit mit dem vorgesehenen Füllgut, denn dieses könnte unter Umständen mit dem Behältermaterial reagieren und den Kunststoff zersetzen. In anderen Fällen ist zu prüfen, ob Feuchtigkeit aufgenommen wird, was zum Beispiel bei der Lagerung hygroskopischer Schüttgüter Probleme verursachen könnte. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Designfragen, da der Konstrukteur nur selten genaue Kenntnisse über die Besonderheiten des Verfahrens hat. So beeinflusst beispielsweise die Viskosität der Schmelze die Ausbildung von Ecken und Übergängen, die Dichtheit im Bereich von eingeformten Teilen sowie weitere Aspekte wie die Gefahr, dass sich an Engstellen Materialanhäufungen ausbilden und dadurch die Hohlraumbildung beeinträchtigt wird.

Noch wichtiger wird diese Beratung in solchen Fällen, wo mit zwei oder gar drei Komponenten gearbeitet werden soll, weil dafür zusätzlich die Kompatibilität der Werkstoffe und die Ausbildung eines guten Verbundes sichergestellt werden müssen. Die Verhältnisse sind insgesamt so komplex, dass es hierfür bisher keine praxistauglichen Verfahren zur Simulation des Prozesses im Computer gibt. Stattdessen kommt es entscheidend auf Prozess-Know-how und Erfahrung der Mitarbeiter an. Ein weiterer Pluspunkt von Grütter ist der eigene Formenbau, da man darüber ein wesentliches, weil qualitäts- und kostenbestimmendes Glied der Prozesskette mit einbringen kann.

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