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Rotationsgießen mit Kunststoff Anspruchsvolle Kunststoffbehälter günstig fertigen

Autor / Redakteur: Klaus Vollrath / Peter Königsreuther

Das Rotationsformen, wie es Grütter Kunststoff und Formen in der Schweiz betreibt, eignet sich für die Herstellung robuster Kunststoffbehälter oder Anbauteile für den Maschinen- und Anlagenbau, für Nutzfahrzeugen sowie für Möbel und Leuchten oder für die Medizintechnik.

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Dieser robuste Flaschenwagen wurde per Rotationsgießen aus Kunststoffpulver gefertigt. Für diese Art Teile ist das Verfahren laut Grütter Kunststoff und Formen sparsam und besonders produktiv.
Dieser robuste Flaschenwagen wurde per Rotationsgießen aus Kunststoffpulver gefertigt. Für diese Art Teile ist das Verfahren laut Grütter Kunststoff und Formen sparsam und besonders produktiv.
(Bild: Vollrath)

Das Verfahren ist relativ günstig und eröffnet dem Konstrukteur viele Möglichkeiten zur Gestaltung von funktionell wie auch ästhetisch anspruchsvollen Bauteilen mit Abmessungen ab circa 10 cm bis hin zu kompletten Heizöltanks. Bevorzugtes Material ist Polyethylen (PE), bei höheren Anforderungen stehen zahlreiche weitere Werkstoffe wie Polypropylen (PP) oder Polyamide (PA) zur Verfügung. Die Seriengrößen liegen zwischen einigen Dutzend bis hin zu mehreren 1000 Stück. Bezüglich der Farbe ist eine breite Palette genormter Farbtöne verfügbar – auf Wunsch sind auch spezielle Farbmischungen möglich.

So funktioniert das Rotationsgießen von Thermoplasten

„Beim Rotationsgießen wird Kunststoffpulver in einer geschlossenen Metallform aufgeschmolzen und erstarrt an der Formwand als Hohlkörper“, erläutert Reto Grütter, designierter Geschäftsführer der Grütter Kunststoff + Formen AG in Hombrechtikon (Schweiz). Die Form rotiert hierbei ständig um zwei Achsen. Durch diese Taumelbewegungen verteilt sich die zähflüssige Kunststoffschmelze gleichmäßig über die gesamte Formoberfläche und bildet nach der Erstarrung einen stabilen Hohlkörper.

So funktioniert das Rotationsgießen mit Kunststoff vom Prinzip her.
So funktioniert das Rotationsgießen mit Kunststoff vom Prinzip her.
(Bild: Marc Sommer)

Dieser ist an den Formtrennungen nahezu nahtlos, was einen wesentlichen Qualitätsvorteil darstellt. Bei entsprechender Prozessführung lassen sich recht komplexe Strukturen erzeugen. Beispiele hierfür sind hohle Griffe, durch Brückenbildung („kiss-off-points“) stabilisierte flächige Hohlkörper oder ein sehr komplex strukturiertes radförmiges Bauteil für einen Sandwich-Automaten. Bei der Herstellung lassen sich Durchbrüche und zum Teil sogar Gewinde direkt im Kunststoff formen. Außerdem können schon beim Fertigungsprozess metallische Einsätze wie Stutzen, Schrauben oder Gewindebolzen mit eingeformt werden, wobei auch noch festgelegt werden kann, ob diese blind in der Wand enden oder durch diese hindurchgehen sollen. „Im Vergleich zum Blasformen oder Twin-Sheet-Thermoformen sind die Wanddicken beim Rotationsgießen wesentlich gleichmäßiger. Das ermöglicht es dem Konstrukteur, die Bauteile dünnwandiger und damit leichter sowie kostengünstiger auszulegen“, so Erich Schnyder.

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Über den Autor

 Klaus Vollrath

Klaus Vollrath

Journalist und Cineast, Redaktionsbüro Klaus Vollrath