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Dätwyler Antimikrobielle Elastomere halten Krankheitskeime auf

| Autor / Redakteur: Matthias Orth / Peter Königsreuther

Die flexiblen Eigenschaften der Elastomere sind ausschlaggebende Faktoren zur Umsetzung innovativer Ideen. Vom Autoreifen bis zum Federelement erleichtern sie unser Dasein. Nun gibt es ein Elastomer, das Krankheitserregern das Leben schwer macht.

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Endkontrolle bei der Herstellung von antibakteriell wirkenden Gummidichtungen bei Dätwyler. Mit diesem, jetzt auch premierten Spezialelastomer, will das Unternehmen nicht nur in der Luft- und Raumfahrt oder der Medizintechnik lauernden Keimen den Garaus machen. So sollen nicht zuletzt die durch übertragene Krankheitserreger zu beklagenden Todesfälle sowie die horrenden Folgekosten im Krankheitwesen minimiert werden.
Endkontrolle bei der Herstellung von antibakteriell wirkenden Gummidichtungen bei Dätwyler. Mit diesem, jetzt auch premierten Spezialelastomer, will das Unternehmen nicht nur in der Luft- und Raumfahrt oder der Medizintechnik lauernden Keimen den Garaus machen. So sollen nicht zuletzt die durch übertragene Krankheitserreger zu beklagenden Todesfälle sowie die horrenden Folgekosten im Krankheitwesen minimiert werden.
(Bild: Wiegand Sturm)

Elastomere sind als Komponenten von Bauteilen heute umfassend in verschiedensten Bereichen des alltäglichen Lebens wie im Krankenhaus, in der U-Bahn und im Supermarkt im Einsatz – egal ob als Dichtungs-, Dämpfungs-, Schutz- oder Ausgleichsbauteil. Nicht zuletzt im Krankenhaus- und Gesundheitsbereich sind sie von höchster Bedeutung. Multiresistente Keime führen in Europa pro Jahr zu 1,8 Mio. Krankenhausinfektionen und 180.000 Toten. Die weltweiten Folgeschäden belaufen sich jährlich auf zweistellige Milliardenbeträge. Im angespannten Haushalt des öffentlichen Gesundheitssektors ist das alarmierend. Präventivmaßnahmen, wie keimtötende Medikamente oder Stoffe, die lebensfeindliche Bedingungen für Mikroorganismen schaffen, könnten jährlich Einsparungen in Millionenhöhe bedeuten.

Auch Raumstationen werden durch Keime bedroht

Solche Keime sind aber nicht nur bei uns auf der Erde ein Problem. Ein feuchtwarmes Klima – wie es sich auf Weltraumstationen findet – ist ideal für die Vermehrung von Keimen. Unter anderem aus diesem Grund wurde im Jahr 2000 die Raumstation MIR aufgegeben. Auch die internationale Raumstation ISS kämpft damit. Proben aus der Wasseraufbereitung und den Luftfiltern werden regelmäßig zur Erde geschickt. In manchen wachsen bereits nach wenigen Tagen erhebliche Schimmelkulturen. Um dem entgegenzuwirken, gibt es einen festen Putzplan: das Wischen von Handläufen, Schaltern und Knöpfen mit alkoholgetränkten Tüchern gehört zur täglichen Routine. Allerdings hat man auch hier Keime entdeckt, die nicht mit Bioziden bekämpft werden können.

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Antibakterieller Gummi – wie geht das?

Bis heute gibt es drei verschiedene Methoden, Elastomere antimikrobiell wirken zu lassen: zum einen durch die Beimischung von Silber. Silberionen entwickeln ihre antibakterielle Wirkung, indem sie an die Bakterien und Pilze andocken (und so ihre Atmung) und den Stoffwechsel blockieren. Die Silberbeimischung ist jedoch recht teuer und kann durch vielfältige Umstände unwirksam werden. Dazu gehören vor allem hohe Elektrolytkonzentrationen auf der Oberfläche oder der Kontakt mit Schweiß. Eine zweite Methode ist eine Extrabeschichtung zum Beispiel auf Basis von Zinkoxid, was allerdings Haftungs- und Toxizitätsprobleme aufweist. Auch das Einmischen von Antibiotika in einer Trägermatrix führt nicht mehr überall zum gewünschten Ziel. Gegen diese Antibiotika haben viele Krankheitserreger mittlerweile Resistenzen gebildet.

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