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Leichtbau BW: Thingking im August

Auch Wohnmobile können vor dem Urlaub mal richtig abspecken

| Redakteur: Peter Königsreuther

Thinking August 2018 setzt auf Abspecken vor dem Urlaub, wie die Leichtbau BW sagt. Dabei stehen leichte Kernmaterialien für Innenteile von Reisemobilen, wie etwa Küchenarbeitsplatten oder Türen, zur Debatte, die Gewicht und somit den Spritverbrauch reduzieren – auch individuelle Kleinserien sollen durch ein neues Verfahren wirtschaftlich umsetzbar sein.

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Geboren mit dem „Vunder-Tech“-Verfahren von Vöhringer: Das Sandwichbauteil für ein Wohnmobil hat einen Leichtbaukern aus Styropor statt Sperrholz und spart so rund 75 % Gewicht ein. Für einen optisch sauberen Abschluss sorgt eine vergossene Kante aus Polyurethan, ein Aspekt, der diese Bauteile auch noch besonders stabil macht, wie Vöhringer, der Protagonist des „Thinking“ August 2018, initiiert von der Leichtbau BW, erklärt.
Geboren mit dem „Vunder-Tech“-Verfahren von Vöhringer: Das Sandwichbauteil für ein Wohnmobil hat einen Leichtbaukern aus Styropor statt Sperrholz und spart so rund 75 % Gewicht ein. Für einen optisch sauberen Abschluss sorgt eine vergossene Kante aus Polyurethan, ein Aspekt, der diese Bauteile auch noch besonders stabil macht, wie Vöhringer, der Protagonist des „Thinking“ August 2018, initiiert von der Leichtbau BW, erklärt.
(Bild: Vöhringer)

Die Firma Vöhringer GmbH & Co. KG sorgt mit einem patentierten Verfahren dafür, dass Reisemobile „abspecken“ können, wie es genauer heißt: Für ihre Sandwichbauteile kommt als Kernmaterial anstelle des üblichen sowie schwereren Sperrholzes das um rund 75 % leichtere Styropor zum Einsatz. Darf‘s außerdem ein individuelles Einzelteil wie etwa eine Küchenarbeitsplatte sein? Auch das sei für die Spezialisten kein Problem, denn im Gegensatz zu anderen Verfahren, komme man bei Vöhringer ganz ohne Formenbau aus – das spare Kosten und mache auch kleine Losgrößen erschwinglich.

Die Landesagentur für Leichtbau Baden-Württemberg (Leichtbau BW) präsentiert diese Innovation mit ihrem Thinking im August 2018. Mit diesem Label gibt die Leichtbau BW GmbH monatlich innovativen Leichtbau-Produkten oder -Dienstleistungen aus Baden-Württemberg eine Showbühne.

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Wasser- und wetterfester Robustleichtbau für die nachhaltigere Urlaubsreise

Das Verfahren des Trochtelfinger Unternehmens hört auf den Namen „Vunder-Tech“, welches vor allem zur Herstellung von Türen, Küchenarbeitsplatten, Möbelklappen und Designelementen in Reisemobilen eingesetzt wird, wie es heißt. Für die Sandwichbauteile setzt man auf leichte Schaumstoffkerne aus Styropor (EPS) oder PET. Die Oberflächen der Komponenten sind aus einem Hochdrucklaminat gefertigt. Die Bauteile werden schließlich mit hochwertigem Polyurethan vergossen. Das Ergebnis sind wasser- und wetterresistente Platten. Mit Polyurethan vergossene Materialien jedoch sind keine Neuheit. Aber der Clou an der Leichtbaulösung von Vöhringer sei das patentierte Fertigungsverfahren, das komplett ohne den sonst recht teuren Formenbau auskommt. „Das ermöglicht es uns auch kleine Losgrößen wirtschaftlich herstellen zu können. Außerdem sind wir durch die werkzeuglose Gestaltung sehr flexibel in der Produktion und können auf die individuellen Wünsche unserer Kunden besser reagieren“, fasst Yannick Vöhringer, Projektmanager bei der Vöhringer GmbH & Co. KG zusammen. Durch das Vergießen mit Polyurethan sind die Teile außerdem noch sehr stabil, merkt Vöhringer an.

Auch als Designmöbel-Wunscherfüller geeignetes Verfahren

„Herkömmliche Composites assen sich außerdem schlecht mit Kanten versehen. Unsere Vergusskanten sind aber nicht nur funktional, sondern machen auch optisch eine gute Figur“, meint Vöhringer. Eine weitere Besonderheit sei, dass sich auch gebogene Teile herstellen ließen – etwa für ausgefallene Möbel für individuelle Messeauftritte. Und auch Funktionen lassen sich je nach Anforderung in die Bauteile integrieren. „Wir haben zum Beispiel einen Schreibtisch hergestellt, in den USB-Anschlüsse integriert sind“, lässt Vöhringer wissen. Denn auch medien- und stromführende Leitungen sollen sich problemlos in den Bauteilen verlegen lassen. Dazu werden kleine Metallröhrchen mit in das Bauteil eingezogen, in denen später die Leitungen verlaufen, heißt es. Außerdem könnten Anschraubpunkte im Bauteil untergebracht werden. Denn im Styroporkern würden diese nur schlecht halten. Deshalb wird die entsprechende Stelle ausgefräst und mit Polyurethan ausgefüllt, worin, wie Vöhringer erklärt, die Anschraubpunkte gut eingebettet sind. Möbel aus den Sandwichbauteilen seien durch das vergleichsweise geringere Gewicht im Rahmen von Messen viel einfacher zu handeln. In der Welt von Caravan & Co, spielt die Frage nach dem Gewicht aber eine noch viel entscheidendere Rolle: „Wenn das Fahrzeuggewicht sinkt, reduziert sich auch der Kraftstoffverbrauch – gleichzeitig kann man aber auch eine höhere Nutzlast bei gleichem Verbrauch wie ohne Leichtbaukomponenten befördern“, wie es Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer der Leichtbau BW, auf den Punkt bringt.

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