Audi als Trump-Helfer? Audi will ein Werk in den USA bauen und erntet SPD-Kritik

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Audi will für vier Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro) ein Werk im Bundesstaat Georgia bauen, um damit erstmals in den USA produzieren zu können ...

Um die Zukunft zu sichern, plant Audi nun, ein Werk in den USA aus dem Boden zu stampfen. US-Präsident Donald Trump scheint das zu begrüßen. Doch das findet vor allem die SPD nicht besonders gut ...(Bild:  Audi)
Um die Zukunft zu sichern, plant Audi nun, ein Werk in den USA aus dem Boden zu stampfen. US-Präsident Donald Trump scheint das zu begrüßen. Doch das findet vor allem die SPD nicht besonders gut ...
(Bild: Audi)

Die Volkswagen-Tochtergesellschaft Audi, der es derzeit nicht gerade rosig geht, plant die Produktion von 200.000 Sportgeländewagen (SUV) jährlich. Damit entstünden rund 4.500 Arbeitsplätze im US-Bundesstaat Georgia. Der US-Präsident Donald Trump kündigte das Projekt überraschend auf einer Wahlkampfveranstaltung in Perry (Georgia) an. Dazu kam Audi-Vorstandschef Gernot Döllner auf die Bühne, der Trump für dessen Unterstützung dankte, wie man weiter erfährt. Aus der SPD kam Kritik, denn die SPD-Verkehrsexpertin Isabel Cademartori bewertete ihn als Wahlkampfhilfe für einen Autokraten, der bekanntlich einen Handelskrieg gegen Deutschland führt. Das sei eine Schande, insbesondere in Anbetracht der Geschichte des VW-Konzerns. Volkswagen ist in der Nazi-Zeit gegründet worden und diente dem Regime Hitlers als Vorzeigeunternehmen. In den Grundsätzen und Leitlinien für politische Interessenvertretung von Audi heißt es: „Unsere Mitarbeitenden achten außerdem auf Neutralität im Umgang mit Parteien und Interessengruppen und pflegen den Kontakt zu demokratischen Parteien. Um diesen Grundsatz zu respektieren, werden in den drei letzten Monaten vor Wahlen keine öffentlich wirksamen Termine mit zur Wahl stehenden Parteien/Politikern und keine Sponsorings von entsprechenden Veranstaltungen mehr durchgeführt.“ Der Baubeginn ist für nächstes Jahr geplant, wenn alles klappen sollte.

Audi-Werk in den USA sichere auch deutsche Standorte

Der Bau des neuen US-Werks von Audi muss allerdings noch vom Volkswagen-Aufsichtsrat gebilligt werden. Audi-Aufsichtsratschef Manfred Döss unterstütze aber bereits die Linie des Vorstands. Die Zukunft von Audi werde demnach nicht allein durch Kostensenkungen und gesteigerte Effizienz gesichert, sondern auch durch neuen Mut, zum Investieren, um neue Chancen zu ergreifen und Entscheidungen treffen zu können, die das angeschlagene Unternehmen für die kommenden Jahrzehnte prägen würden. Die Entscheidung ist vor dem Hintergrund der Absatzkrise von VW und der Diskussion um Arbeitsplatzabbau und mögliche Werksschließungen in Deutschland zu sehen. Audi hat in Deutschland Standorte in Ingolstadt und Neckarsulm. Audi macht auch klar, dass die geplante Investition in den USA keine Entscheidung gegen Deutschland, sondern ein Schritt ist, mit dem die globale Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden kann. Denn außer Europa und China sei Nordamerika der wichtigste Wachstumsmarkt. Und, wovon auch schon länger BMW profitiert: Eine lokale Produktion reduziert unter anderem Zoll-, Währungs- und Lieferkettenrisiken. Ein stärkeres und profitableres Audi-Geschäft in den USA trage außerdem dazu bei, auch die Grundlage für die Auslastung der deutschen Werke zu schaffen. Gleichzeitig müsse aber auch jeder Standort seinen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und langfristigen Stärke von Audi leisten. Die IG Metall findet das Vorhaben übrigens gut. Aber nur, wenn wirklich ganz Audi davon etwas haben wird.

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