Zerspanung

Auf 60-t-Positioniertisch mikrometergenau fräsen

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Im Gegensatz zu hydrostatisch gelagerten Rundtischen, bei denen der Schaltteller mit jedem Zyklus angehoben wird, kommt der Fibromax ohne Hydraulikaggregat und ohne Kühlung aus. Die Wälzlagerung nimmt axiale Kräfte zuverlässig auf, ohne dass die Gefahr eines Wärmeverzugs besteht. Bei einem plötzlichen Stromausfall bleibt die Lagerfunktion uneingeschränkt erhalten. In Verbindung mit dem spielfreien Twin-Drive-Antrieb bietet der Rundtisch zusätzlich die Möglichkeit für das Rundfräsen und für die simultane Mehrachsbearbeitung.

Jetzt unabhängig von externen Lieferanten

Aus guten Gründen hat sich Fill für die Umsetzung eines neuen Maschinenkonzepts entschieden. Zum einen sei es bei der Bearbeitung von Grundgestellen auf Fahrständermaschinen immer wieder zu geometrischen Abweichungen gekommen, zum anderen sollte die Effizienz der Fertigung erhöht werden. Und schließlich wollte man sich unabhängig machen von den zum Teil überlangen Lieferzeiten, wenn Großteile außer Haus gefertigt wurden. „In der Regel haben wir vier bis sechs Wochen Zeit zur Fertigung von der Zeichnung weg. Das bekommt man bei großen Teilen auf dem freien Markt nicht. Wir mussten also selber etwas machen und uns auf eigene Beine stellen“, unterstreicht Fill-Geschäftsführer Wolfgang Rathner. „Heutzutage bekommt nicht mehr unbedingt der Günstigere, sondern immer häufiger der Schnellere den Auftrag.“

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Auf dem Markt für groß dimensionierte Portalfräsmaschinen sei man nicht fündig geworden, so Rathner. Hydrostatisch gelagerte Maschinen erzielten zwar die geforderte Präzision, waren jedoch in der Kalkulation kaum darstellbar. Günstigere Maschinen wiederum wiesen Defizite bei der Genauigkeit und bei der Flexibilität auf. Die entscheidende Frage sei gewesen: Warum baut Fill die Maschine nicht selbst? „Portalfräsmaschinen im kleineren Bereich bauen wir schon, ebenso unsere Syncromill. Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik – all das können wir“, so Rathner. Dass SHW zu diesem Zeitpunkt bereits ein erstes Konzept für eine universell einsatzbare XXL-Portalfräsmaschine in der Schublade hatte, kam dem österreichischen Unternehmen gelegen.

Fahrständermaschine als Vorlage

Gemeinsam trimmte man das Konzept auf die besonderen Anforderungen der flexiblen Fertigung und stellte dabei eine hohe Qualität und Leistung, eine hohe Genauigkeit und einen attraktiven Preis in den Fokus. Zentrale Komponenten wie Brücke, Spindelstock, Fräskopf und Zahnstangenantriebe übernahm SHW von seinen Uni-Force-Fahrständermaschinen und adaptierte sie für die Power-Bridge. Die Zerspanleistung, Genauigkeit, Produktivität, Zuverlässigkeit und Flexibilität der Fahrständermaschinen wurden gewissermaßen auf das Portalkonzept übertragen. Der Schwerlasttisch von Fibro rundete das Konzept ab.

Aus Sicht von Rathner ist die Rechnung aufgegangen: „Heute wissen wir, dass wir den Treffer gemacht haben, den wir wollten. Die Portalfräsmaschine eignet sich für den schweren Maschinenbau. Sie ermöglicht Lasten bis 300 t auf dem Plattenfeld und 60 t auf dem Drehtisch – wohl gemerkt bei maximaler Genauigkeit und Effizienz. In unserer klimatisierten Halle erreichen wir Genauigkeiten im µ-Bereich und können heute ein Produkt-Portfolio mit kurzen Lieferzeiten anbieten, was bis dato so nicht möglich war.“ MM

* Matthias Baumbusch ist Leiter Vertrieb Rundtische bei der Fibro GmbH in 74189 Weinsberg

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