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KSS-Versorgung

Auf das richtige Kühlschmiermittel kommt es an

| Autor: Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Wenn Zahnräder oder Nockenwellen gefertigt werden, kommt es auf Präzision an. Die Auswahl des richtigen Kühlschmierstoffes hat dabei eine Schlüsselfunktion.

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Die Schneid- und Schleiföle der Hycut-Familie basieren auf synthetischen Esterölen und bieten eine extrem hohe Schmierleistung.
Die Schneid- und Schleiföle der Hycut-Familie basieren auf synthetischen Esterölen und bieten eine extrem hohe Schmierleistung.
(Bild: Oemeta)
  • Die Auswahl des richtigen Kühlschmierstoffes hat eine Schlüsselfunktion und kann zudem dazu beitragen, Standzeiten zu verlängern und die Prozesssicherheit zu verbessern.
  • Multifunktionale Produkte können als Bearbeitungsöl, Kühlschmierstoff oder Reiniger eingesetzt werden.
  • Damit moderne Kühlschmierstoffe möglichst effizient und kostengünstig arbeiten können, sollten regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden.

Kühlschmierstoffe (KSS), die in der Fertigung beispielsweise beim Bohren, Drehen oder Schleifen eingesetzt werden, können durch Schmierung die Reibung vermindern. Ebenfalls soll durch Kühlung Wärme abgeführt werden. Durch Spülung werden zudem die Späne transportiert und damit wird die Standzeit der Werkzeuge erhöht. Je nachdem, ob eine hohe Zerspanungsleistung gefragt ist, bei der es besonders auf die Spül- und Kühlwirkung ankommt, oder ob leichte Zerspanungen, hohe Leistungen, lange Werkzeugstandzeiten oder exzellente Oberflächen gefordert sind - die KSS-Hersteller bieten für die verschiedensten Einsatzfälle unterschiedliche Produkte.

Prozesssicherheit von GTL-Ölen nachgewiesen

Neue Schneid- und Schleiföle, die auf Ölen der neuesten Generation basieren, hat beispielsweise die Oemeta Chemische Werke GmbH aus Uetersen entwickelt. Im Gas-to-Liquid-Verfahren (GTL-Verfahren) werden aus Erdgas sehr reine, synthetische Grundöle gewonnen, welche frei von organischem Stickstoff, Schwermetallen, Zink- und Chlorverbindungen sind.

Diese sogenannten Oemetole zeichnen sich laut Oemeta durch einen sehr hohen Flammpunkt und eine sehr geringe Verdampfungsneigung aus. „Das sorgt für einen guten Arbeitsschutz und einen geringeren Verbrauch. Die höhere Schmierleistung und das verbesserte Schaumverhalten der GTL-Öle gegenüber herkömmlichen Mineral- oder Hydrocrack­ölen mindern den Verschleiß und verbessern die Prozesssicherheit“, heißt es.

Die Prozesssicherheit der GTL-Öle sei zudem durch diverse Freigaben von Unternehmen aus der Automobil- und Zulieferindustrie sowie von Maschinenherstellern nachgewiesen. „Unsere GTL-Öle sind nach EN ISO 10993-5:2009 nicht zytotoxisch. Eine wesentliche Voraussetzung für den Einsatz von Implantaten in der Medizinbranche ist eine gute Körperverträglichkeit. Idealerweise werden daher sowohl körperverträgliche Werkstoffe als auch Bearbeitungsmedien eingesetzt.“

Die formaldehydfreien Kühlschmierstoffe des Unternehmens sind gänzlich frei von formalde- hydabspaltenden Depotstoffen (FAD), welche vielfach in konventionellen wassermischbaren Kühlschmierstoffen als Biozid eingesetzt werden. Freies Formaldehyd wird inzwischen zudem vom Gesetzgeber als gesundheitsgefährdend eingestuft. „Die formalde­hydfreien Produkte zeichnen sich nachweislich durch eine bessere Humanverträglichkeit aus. Eine hohe Produktstabilität sorgt dabei für lange Standzeiten. Daher wird der Einsatz dieser praxiserprobten Produkte für eine zukunftssichere Zerspanung empfohlen“, erklärt der Hersteller.

Hohe Schmierleistung verringert den Verschleiß

Die Schneid- und Schleiföle der Hycut-Familie basieren auf synthetischen Esterölen. Diese bieten eine extrem hohe Schmierleistung und vermindern damit laut Oemeta merklich den Werkzeugverschleiß. Durch die Verwendung von synthetischen, gesättigten Esterölen seien die Produkte sehr alterungsstabil. Das sichere lange Laufzeiten. Nebenbei sorge die hohe Reinigungsleistung der synthetischen Öle für saubere Maschinen und Bauteile und speziell beim Schleifen für eine außerordentlich gute Abtragleistung.

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„Die multifunktionalen Produkte können als Bearbeitungsöl, Kühlschmierstoff oder Reiniger eingesetzt werden. Sie sind untereinander kompatibel und damit kann zum Beispiel die Zwischenreinigung gespart werden“, beschreibt das Unternehmen die Vorteile. Durch den breiten Einsatzbereich und die Flexibilität von Hycut könnten ganze Fertigungsbereiche mit nur einem KSS-System versorgt werden.

Perfekte Anpassung mittels Hycut-Emulsion

Ein Vorteil: Die zuerst mit einem Hycut-Öl bearbeiteten Bauteile können ohne Zwischenwäsche mit einer Hycut-Emulsion weiterbearbeitet werden. Öleinträge, zum Beispiel aus der Bettbahn, verbessern die Schmierleistung, anstatt die Emulsion zu verschmutzen.

Das Besondere an Hycut als Emulsion sei die Möglichkeit, Öl und Additive separat zu steuern. Das ermögliche eine perfekte Anpassung an unterschiedliche Prozess-, Material- und Schmierleistungsanforderungen. Während der gesamten Lebensdauer der Emulsion können die Einzelkomponenten gezielt nachdosiert werden. Kunden wie Audi, BMW und Volkswagen setzen nach Aussagen von Oemeta auf das Hycut-System.

Diese und weitere Produkte sowie verschiedene Dienstleistungen wird Oemeta auf der EMO in Hannover präsentieren.

Damit moderne Kühlschmierstoffe möglichst effizient und kostengünstig arbeiten können, sollten regelmäßige Kontrollen durchgeführt und der Pflege genügend Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Dies bietet zahlreiche Vorteile:

  • die Vermeidung von Maschinenstillständen;
  • die Erhöhung der Prozesssicherheit;
  • die Verlängerung der KSS-Standzeiten und damit eine Kostenreduzierung für Neuansatz und Entsorgung;
  • die Verbesserung der Werkzeugstandzeiten und der Bauteilgüte;
  • die Optimierung von Human- und Umweltverträglichkeit sowie
  • die Dokumentation und Analyse von Verbrauchsdaten.

Oemeta bietet hierfür ein auf das jeweilige Unternehmen zugeschnittene Servicekonzept. Ein Baukastensystem sorgt dabei für verschiedenste Anpassungsmöglichkeiten, sodass von der einfachen Überwachung oder Labormessungen bis zum kompletten Coolant Management alles möglich ist.

Abstimmung von KSS- und Werkzeugmaschinenhersteller

Dass eine optimierte KSS-Versorgung am besten in enger Abstimmung von KSS- und Werkzeugmaschinenhersteller funktioniert, verdeutlicht ein Beispiel: Seit 2018 leistet Oemeta anwendungstechnische Unterstützung in den vier Mazak-Technologiezentren in Göppingen, Düsseldorf, München und Leipzig sowie bei Messeauftritten. Durch die eng betreute Steuerung und Überwachung der eingesetzten Produkte seitens Oemeta können Zerspanungsprozesse für Mazak-Kunden bereits vor Auslieferung der Maschinen hinsichtlich Kühlung und Schmierung optimiert werden. Ziel ist ein optimales Zusammenspiel von Maschine, Werkzeug und Kühlschmiertechnologie. Zudem können Kunden bei Problemen oder besonderen Anforderungen an den Kühlschmierstoff umfassend unterstützt und beraten werden. Mögliche Themen sind die Filtration und Wiederaufbereitung des Kühlschmierstoffes sowie die Optimierung von Zeitspanvolumen oder die Erreichung von stabilen Prozessen und langen Standzeiten der Flüssigkeiten. MM

* Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde ist Fachredakteurin in 99094 Erfurt, Tel. (03 61) 78 94 46 95, info@bose-munde.de, www.bose-munde.de

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Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

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Fachredakteurin für Wirtschaft und Technik