Hochleistungs-Bearbeitungszentren Auf Hochleistungs-Bearbeitungszentren Traumkurven fräsen

Autor / Redakteur: Gabriele Urhahn / Mag. Victoria Sonnenberg

Die Automobilindustrie ist eine der am bestgehüteten und geheimnisvollsten Branchen, in die nur selten Einblick gewährt wird. Zu groß ist die Gefahr, dass Informationen über die Technik der Perfektion nach außen gelangt. Eines ist gewiss, die verführerischen Formen kommen nicht von ungefähr sondern von Hochleistungs-Bearbeitungszentren und manchmal ist eben doch ein Blick erlaubt.

Firmen zum Thema

Eine der beiden Mikron HPM 1350U wird im Opel-Design-Zentrum heute ausschließlich zur Leichtmetallbearbeitung verwendet. Zum Beispiel für das Fräsen von hochpräzisen Fahrzeug-Miniaturen.
Eine der beiden Mikron HPM 1350U wird im Opel-Design-Zentrum heute ausschließlich zur Leichtmetallbearbeitung verwendet. Zum Beispiel für das Fräsen von hochpräzisen Fahrzeug-Miniaturen.
(Bild: Adam Opel/Eric Henkel)

Die Messe IAA (Internationale Automobil-Ausstellung) als Olympiade der Autoindustrie: Ende September 2015 lockte die weltgrößte Automotive-Show wieder eine knappe Millionen Menschen an. Mittendrin der Stand von Opel: Die Marke mit dem Blitz präsentierte Highlights wie den neuen Astra oder den Concept-Van Vivaro Surf, die allerlei neugierige Blicke auf sich zogen. Die Besucher strichen mit der Hand über die Kurven und beäugten die dynamischen Linien ganz genau. Dem neutralen Betrachter drängte sich schnell der Verdacht auf, dass wahre Schönheit eben doch von außen kommt. Zumindest im Automobilbau.

Doch wie entstehen diese verführerischen Formen eigentlich? Unter dem Fachpublikum hieß es, Opel setze neuerdings Bearbeitungszentren von GF Machining Solutions beim Designprozess ein. Eine Spurensuche beginnt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Sie führt zunächst zum Bahnhof Rüsselsheim. Hier geht es an jenen IAA-Tagen weniger glamourös zu als in der 25 km entfernten Main-Metropole. Kaum aus der S-Bahn ausgestiegen, begrüßt einen die gestrenge Adam-Opel-Statue. Einen Steinwurf entfernt liegt das riesige Fabrik-Areal. An endlosen Parkflächen vorbei gelangt man zum Haupteingang des größten europäischen Standorts von General Motors. LKW-Ballett, Männer in grau-gelben Overalls nicken sich zu, das Wummern des Karosserie-Presswerks liegt in den Ohren. Lebendige Industrie am Main. Doch werden hier auch jene Designs gefräst, die auf der IAA das Publikum begeistern?

Opel-Stammsitz als Design-Traumfabrik

„Und ob! In Rüsselsheim werden nicht nur Autos gebaut, der Opel-Stammsitz ist auch eine Design-Traumfabrik. Im Mai 2015 haben wir hier ein neues Zentrum für Hochgeschwindigkeitsfräsen in Betrieb genommen. Wir fertigen alle Designmodelle und Konzeptfahrzeuge von Opel“, erklärt Gastgeber Bernd Riebel auf der kurzen Fahrt vom Werkstor zum Areal des Internationalen Technischen Entwicklungszentrums (ITEZ). „Das neue Milling-Center verfügt über einen sehr modernen und leistungsstarken Maschinenpark – nicht zuletzt dank der hochpräzisen Bearbeitungszentren von GF Machining Solutions.“

Bernd Riebel muss es wissen, er kennt sich mit der Materie bestens aus. Opelaner mit Herz und Seele seit 1978, ist er seit zehn Jahren Leiter des Design-Fräszentrums in Rüsselheim. Zuvor war er von 1992 bis 2005 als Fräser-Meister im Werkzeugbau tätig. In puncto Milling macht dem Hessen keiner was vor.

Bernd Riebel stellt den werkseigenen Opel Insignia vor einer historisch anmutenden Halle ab: „Hier war früher eine alte Gießerei untergebracht, heute ist dies das Herzstück des neuen Opel-Designzentrums. Die Teile und Designs, die wir hier fräsen, werden erst in ein bis zwei Jahren der Öffentlichkeit präsentiert. Wer dieses Gebäude betritt, begibt sich auf eine Reise hinein in die Zukunft.“ Hier herrscht höchste Geheimhaltung. Ein paar Schritte in das Gebäude genügen, um zu verstehen, wofür Opel rund fünf Millionen Euro in die Modernisierung und Ausstattung dieses High-Tech Milling-Centers investiert hat. Neben zwei hausgroßen Bearbeitungszentren leisten zwei brandneue Mikron HPM 1350U von GF Machining Solutions außergewöhnliche Designarbeit. „Die Designs werden aus verschiedensten Werkstoffen hergestellt, von Materialien wie Styropor oder Plastilin, bis hin zum Blockmaterial Ureol oder gar Aluminium.

(ID:43966941)