Förderung Ausbildungsförderung bei KMU wird verlängert

Redakteur: Katharina Juschkat

Die Ausbildungsprämie für kleine Betriebe wird verlängert und verdoppelt. Der VDMA begrüßt die Ausweitung der Ausbildungsprämie – hat aber auch Kritikpunkte.

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Kleine Betriebe bis 500 Mitarbeiter können künftig von der verdoppelte Auszubildenden-Prämie profitieren.
Kleine Betriebe bis 500 Mitarbeiter können künftig von der verdoppelte Auszubildenden-Prämie profitieren.
(Bild: ©ehrenberg-bilder - stock.adobe.com)

Gute Nachricht für Ausbildungsbetriebe: Die Ausbildungs- und Übernahmeprämien werden verlängert und verdoppelt. Das Bundeskabinett hat heute das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ verlängert und verbessert. Ebenfalls im Programm beschlossen: Künftig können auch Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern die Leistungen beziehen.

Das sind die wichtigsten Änderungen:

  • Die Ausbildungsprämien für von der Corona-Krise betroffene Betriebe, die durch Neueinstellungen ihr Ausbildungsniveau halten oder erhöhen, werden zunächst in bisheriger Höhe verlängert.
  • Für das neue Ausbildungsjahr werden die Prämien zum 1. Juni 2021 von 2.000 und 3.000 Euro auf 4.000 und 6.000 Euro verdoppelt.
  • Um Kurzarbeit während der Ausbildung zu vermeiden, werden Zuschüsse attraktiver: Künftig können auch Zuschüsse zur Vergütung der Ausbilderin oder des Ausbilders gezahlt werden. Wie bisher kann zudem die Ausbildungsvergütung bezuschusst werden.
  • All diese Leistungen können künftig Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitenden beziehen. Bisher liegt die Grenze bei 249 Mitarbeitenden.
  • Auch Kleinstunternehmen werden unterstützt, die im zweiten Lockdown ihre normale Geschäftstätigkeit weitgehend einstellen mussten: Betriebe mit bis zu vier Mitarbeitern können pauschal 1.000 Euro bekommen, wenn sie ihre Ausbildungstätigkeit für mindestens 30 Tage fortgesetzt haben.
  • Die Übernahmeprämie wird bis Ende 2021 verlängert und auf 6.000 Euro verdoppelt. Mit ihr wird künftig neben der Übernahme eines Auszubildenden aus einem Insolvenzfall auch bei pandemiebedingter Kündigung oder bei Abschluss eines Auflösungsvertrages unterstützt.
  • Die Förderung einer Auftrags- oder Verbundausbildung wird attraktiver. Die Mindestlaufzeit wird auf vier Wochen verkürzt, die Höhe der Förderung nach der Laufzeit bemessen. Insgesamt können bis zu 8.100 Euro gezahlt werden. Künftig kann auch der Stammausbildungsbetrieb statt des Interimsausbildungsbetriebs die Förderung erhalten. Für Interimsausbildungsbetriebe entfällt die Begrenzung auf bis zu 249 Mitarbeitende ersatzlos.
  • Künftig können für pandemiebetroffene Unternehmen die Kosten für externe Abschlussprüfungsvorbereitungskurse für Auszubildende hälftig bezuschusst werden, maximal mit 500 Euro.

VDMA: Ausweitung geht nicht weit genug

Zwar begrüßt der VDMA die Ausweitung der Ausbildungsprämie – doch kritisiert er gleichzeitig, dass sie nicht weit genug gehe. Bislang hatten nur Betriebe mit unter 250 Mitarbeitern profitiert, künftig werden auch Betriebe bis 499 Beschäftigte unterstützt. Gleichzeitig wird die Prämie erhöht. Der Leiter der VDMA-Bildungsabteilung, Dr. Jörg Friedrich, kommentiert: „Statt einer Erhöhung der Prämie hätten wir uns jedoch eine Ausweitung auch auf größere, von der Pandemie betroffene Betriebe gewünscht. Denn sie halten, genauso wie die kleinen, ihr Ausbildungsangebot unter erschwerten Bedingungen weitgehend aufrecht.“

Zudem weist der VDMA darauf hin, dass neben der Wirtschaft auch der Staat gefordert sei, für die berufliche Ausbildung zu werben. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz ist bundesweit und über alle Branchen hinweg um zwölf Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig sind die Ausbildungsstellen um neun Prozent gesunken. Berufsorientierung und -beratung findet aktuell aufgrund der Pandemie nur sehr eingeschränkt statt. Friedrich fordert: „Digitale Angebote, die auch von Unternehmen angeboten werden, können das nur sehr begrenzt kompensieren. Auch die Arbeitsagenturen müssen deshalb Wege finden, die Berufsberatung aufrechtzuerhalten, um bei den Jugendlichen Interesse an einer beruflichen Ausbildung zu wecken.“

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