Ausbildung Ausbildungsquote in Kleinstbetrieben sinkt

Redakteur: Katharina Juschkat

In den letzten 15 Jahren sank die Zahl der Auszubildenden in Kleinstbetrieben um über 130.000 Auszubildende. Gleichzeitig steigt die Zahl in Großbetrieben. Das hat Gründe.

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Die Zahl der Auszubildenden in Großbetrieben steigt.
Die Zahl der Auszubildenden in Großbetrieben steigt.
(Bild: ©goodluz - stock.adobe.com)

Es fehlen Bewerber: Die Zahl der Auszubildenden in Kleinstbetrieben sinkt seit Jahren, meldet das Institut für Mittelstandsforschung (IFM) Bonn in einer aktuellen Studie. Während im Jahr 2005 noch rund 383.000 Auszubildende in Betrieben mit bis zu neun Beschäftigten ihrer Ausbildung nachgingen, so absolvierten Ende Dezember 2019 nur noch rund 246.000 Personen in den Kleinstbetrieben eine duale Berufsausbildung. In den Großbetrieben steigt hingegen seit 2014 die Zahl der Auszubildenden.

Auszubildende in den einzelnen Betriebsgrößenklassen (2005 bis 2019)
Auszubildende in den einzelnen Betriebsgrößenklassen (2005 bis 2019)
(Bild: IFM / Bundesagentur für Arbeit)

Das Problem ist nicht, dass Kleinstbetriebe ihre Ausbildungsbereitschaft reduziert haben, analysiert die aktuelle Studie des IFM. Im Gegenteil: Der Anteil der Kleinstbetriebe mit Ausbildungsstellen ist in den vergangenen 15 Jahren gestiegen. Allerdings konnten Ausbildungsstellen nicht besetzt werden.

„Wenn aber nun ein Betrieb ohne Auszubildende nur einen Platz für eine Berufsausbildung anbietet und diesen nicht besetzen kann, wird er in der amtlichen Statistik nicht erfasst“, erläutert Studienleiterin Dr. Annette Icks.

Warum Kleinstbetriebe die Ausbildung einstellen

Ziehen sich hingegen Kleinstbetriebe bewusst aus der dualen Berufsausbildung zurück, sind dafür nach Untersuchungen der Studie oftmals Kosten der Grund: So erscheint es einzelnen Kleinstbetrieben günstiger, ausgebildete Fachkräfte auf dem externen Arbeitsmarkt zu rekrutieren als selbst Jugendliche auszubilden.

Ein weiteres Problem für die Kleinstbetriebe ist, dass die Auszubildenden häufiger als in mittleren und großen Betrieben nach der Probezeit ihre Verträge kündigen – oder trotz Übernahmegarantie diese nach dem erfolgreichen Ausbildungsabschluss verlassen, analysiert die Studie.

Angesichts des Wettstreits um Fachkräfte wollen zwar auch Kleinstbetriebe attraktiver werden, doch es ist schwer für sie, ihre Wettbewerbsposition am Ausbildungsmarkt zu verbessern, da auch die Betriebe der anderen Größenklassen ihre Anstrengungen verstärken.

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