Fossile Kraftwerke

Ausland giert nach Energie aus Kohle

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Welche Länder außerdem Absatzchancen bieten, werden laut Herdan zum einen der Ausgang der Wirtschaftskrise und zum anderen die künftige globale Klimaschutzpolitik entscheiden. „Beides beeinflusst wesentlich die Entwicklung der Nachfrage nach hocheffizienten Kraftwerken und der kommenden Technologien zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxyd, in denen die europäischen Hersteller führend sind“, so der Experte. „Wir gehen – wie praktisch alle Prognosen – davon aus, dass Länder wie China, Indien, Südafrika und Australien ihre preiswerte Kohle in jedem Fall verstromen wollen und derartige Technologien für unsere Hersteller umso interessanter werden, je ambitionierter die Klimaschutzziele dieser Märkte sind“, erklärt er.

Geschäft mit Braunkohle bleibt mittelfristig lukrativ

Was speziell den Markt für Braunkohlekraftwerke angeht, ist sich der VDMA über die Absatzchancen deutscher Hersteller noch unsicher: „Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in vielen Märkten und die daraus resultierenden Unsicherheiten für Investoren machen hier eine Aussage aktuell schwierig. Mittelfristig bleibt dies ein sehr lukrativer Markt, der sicherlich nach Effizienzkriterien, aber auch nach globaler Präsenz verteilt werden wird“, meint Herdan.

Bei der Eon Kraftwerke GmbH spielen Braunkohlekraftwerke nach Angaben des Unternehmens keine strategisch bedeutende Rolle im Portfolio. So betreibt das Unternehmen im Ausland im Vergleich zu der hohen Zahl von 50 Steinkohlekraftwerksblöcken lediglich drei Braunkohlekraftwerksblöcke. Im Moment arbeitet Eon abgesehen von Deutschland in Großbritannien, den Niederlanden, Russland, Rumänien und den USA an Neubau- oder größeren Modernisierungsprojekten auf Kohlebasis.

Überkritische Kraftwerke weltweit zunehmend gefragt

Auch Siemens Energy ist im internationalen Kraftwerksgeschäft tätig. Das Energieunternehmen entwickelt und baut fossil befeuerte Kraftwerke und Komponenten zur Stromerzeugung. Wie das Unternehmen berichtet, sind seit einigen Jahren weltweit zunehmend überkritische Kohlekraftwerke mit hohen Dampftemperaturen und -drücken gefragt, weil sie durch ihren hohen Wirkungsgrad die CO2-Emission erheblich reduzieren. Vor allem in asiatischen Ländern wie China sind vermehrt überkritische Kraftwerke im Vergleich zu unterkritischen bestellt worden.

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