Fossile Kraftwerke

Ausland giert nach Energie aus Kohle

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Siemens Energy besitzt inzwischen viel Erfahrung mit dieser Bauweise: Ein Beispiel sind die Kraftwerksblöcke 1 bis 4 im chinesischen Yuhuan (jeweils 1000 MW, 262,5 bar, 600/600 °C), die 2007 ans Netz gingen. Auch das Kraftwerk Kogan Creek in Australien (750 MW, 250 bar, 540/560 °C) hat Siemens schlüsselfertig erstellt und im Dezember 2007 nach etwa 40 Monaten Bauzeit an den Kunden übergeben. In Indien ist Siemens ebenfalls mit Kraftwerksprojekten aktiv. So hat Siemens Energy von seinem indischen Lizenznehmer Bharat Heavy Electricals Ltd. (BHEL) Mitte des Jahres 2009 einen Auftrag zur Lieferung von Schlüsselkomponenten für ein 1600-MW-Kohlekraftwerk in Indien erhalten. Die Lieferung der Komponenten ist für Ende 2011 vorgesehen.

Siemens erreicht führende Stellung am Markt für überkritische Dampfturbinentechnologie

Das Auftragsvolumen übersteigt 80 Mio. Euro. Der Lieferumfang besteht im Wesentlichen aus einer Dampfturbine des Typs SST5-6000, einem wassergekühlten Generator SGen5-3000W, der Leittechnik SPPA-T3000 für die Turbosätze, sowie aus Komponenten für den zweiten Turbosatz. Einige Monate vorher hatte BHEL bei Siemens zwei Dampfturbosätze für das Kohlekraftwerk Barh II in Auftrag gegeben. „Mit diesem zweiten Auftrag aus Indien bauen wir zusammen mit unserem indischen Partner BHEL unsere führende Marktstellung für überkritische Dampfturbinentechnologie aus“, sagt Roland Fischer, CEO der Geschäftseinheit Products Fossil Power Generation, Siemens Energy. Kohle ist laut Siemens der wichtigste Energieträger Indiens.

Vor dem Hintergrund der Klimaproblematik komme einer wirtschaftlichen und zugleich umweltverträglichen Kohleverstromung eine große Bedeutung zu. „Mit unseren überkritischen Dampfturbinen, die bei einer Temperatur von 580 °C und 250 bar arbeiten, lassen sich hohe Wirkungsgrade erreichen. Jeder Prozentpunkt Wirkungsgraderhöhung bei einem Kohlekraftwerk mittlerer Größe bringt eine CO2-Einsparung von rund 80 000 t pro Jahr“, so Fischer.

Großer Bedarf auch in Südafrika und Vietnam

Außer in China und Indien besteht auch in Südafrika ein enormer Bedarf an neuen Kohlekraftwerken. Wie der VDMA mitteilt, muss das Land, um Engpässe bei der Stromversorgung zu vermeiden und den aktuellen Wirtschaftsaufschwung nicht zu gefährden, seine Energieerzeugungs-Kapazitäten massiv aufrüsten. 2007 erfolgte mit einem Auftrag über sechs Großdampferzeuger für das Kohlekraftwerk Medupi der Startschuss für eine Investitionsoffensive. 2008 setzte sich dieser Trend mit der Vergabe von zwei weiteren Großaufträgen für Kohlekraftwerke fort.

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