Automatische Übermittlung von Störungsmeldungen per E-Mail

Redakteur: MM

Steuerungen können mit dem Datenkoppler Datasnake automatisch Störungs- und Statusinformationen als E-Mail, SMS-Nachricht oder Fax über Internet und Mobilfunknetz an den Bereitschaftsdienst...

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Steuerungen können mit dem Datenkoppler Datasnake automatisch Störungs- und Statusinformationen als E-Mail, SMS-Nachricht oder Fax über Internet und Mobilfunknetz an den Bereitschaftsdienst übermitteln. Das kompakte Gerät wird dazu über die MPI-Schnittstelle mit der Steuerung und einem Telefonanschluss verbunden. Damit ist es einfach, lückenlose Informationsketten aufzubauen. Anwendungen ergeben sich überall dort, wo das Servicepersonal nicht ständig bei der Anlage ist.Die Kommunikation mit Hilfe von E-Mails, SMS oder Fax hat sich im Büro- und Privatbereich mittlerweile einen festen Platz erobert. Auch in der Automatisierungstechnik kann man von dem schnellen und unkomplizierten Informationsaustausch profitieren, zum Beispiel wenn das Wartungspersonal sich nicht ständig in unmittelbarer Reichweite der Anlage befindet. Störungs- und Statusinformationen lassen sich dann direkt von der Anlagensteuerung als E-Mail, SMS oder Fax über Internet und Mobilfunknetz an den Bereitschaftsdienst übermitteln - wenn es sein muss sogar weltweit. Interessante Möglichkeiten ergeben sich dadurch beispielsweise in der Klimatechnik, bei Schneekanonen oder der kommunalen Wasserversorgung, aber auch innerhalb von Fabrikgeländen und Maschinenhallen.Steuerungen anderer Fabrikate lassen sich anbindenMit dem Datasnake-System, einem Datenkoppler und Gateway der Schildknecht Industrieelektronik, Sersheim, können Steuerungen ganz einfach eine E-Mail, ein Fax oder über einen Weiterleitungsdienst auch eine SMS auf Mobiltelefone versenden. Das kompakte Gerät wird dazu über die MPI-Schnittstelle mit der Siemens-S7-Steuerung und einem Telefonanschluss verbunden.Ein passender Nebenstellenanschluss ist oft auch im entlegensten Kellerraum bereits vorhanden oder lässt sich problemlos installieren. Das Modem sowie alle weiteren für den E-Mail-Versand notwendigen Hard- und Softwarekomponenten sind bereits im Gerät integriert. Weitere Baugruppen sind nicht notwendig. Zusätzlich benötigt der Anwender lediglich einen Internetzugang und einen E-Mail-Account, genauso wie bei einem PC. Auch Steuerungen anderer Fabrikate lassen sich über eine synchrone serielle Schnittstelle und ein einfaches Protokoll anbinden.Darüber hinaus erlaubt das Mail-System dem Anwender viele Variationsmöglichkeiten, denn durch den modularen Aufbau lässt es sich an die bereits vorhandene, firmeninterne Infrastruktur anpassen. So kann das Gerät, falls kein Festnetzanschluss vorhanden ist, mit einem DECT-Sender ergänzt werden und mit einer entsprechenden Telefonzentrale kommunizieren. Dann sind kabellose Verbindungen bis zu 300 m möglich, zum Beispiel innerhalb von Maschinenhallen.Über die Geräteerweiterung GSM können auch über das D-Netz Mails versandt werden. In diesem Fall wird nicht der Internet-Provider sondern das entsprechende Servicecenter des Mobilfunkbetreibers angewählt. Wenn ein Ethernetanschluss vorhanden ist, lässt sich auch dieser für den direkten Mailversand nutzen.Der Umgang mit der Technik ist einfach und praxisgerecht.Um Status- oder Störmeldungen per E-Mail abzusenden, muss man im Steuerungsprogramm lediglich einen Flag, also ein Statusbit, als Marke setzen. Datasnake liest dann selbstständig einen frei wählbaren Datenbaustein aus der Speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) aus und interpretiert vorgegebene Datenworte mit bestimmten Funktionen wie Meldetext, Telefonnummer oder Sendeauftrag. Im Prinzip funktioniert der E-Mail-Versand damit genauso, wie es der Anwender vom PC her kennt, nur eben vollautomatisch.Der jeweilige Meldetext erscheint als Mailtext. Zusätzlich kann noch ein Speicherbereich der SPS als ASCII-Text angehängt werden. Über ein Flag wird dem SPS-Programm signalisiert, dass die Mail erfolgreich an den Provider abgesetzt wurde. Statt über das Internet lässt sich die Mail aber auch über eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung an eine andere Stelle, beispielsweise die zentrale Leitwarte innerhalb des Firmengeländes, verschicken.In diesem Fall wird statt der Telefonnummer des Providers die Nummer der Zentrale angegeben. Hier können die eingehenden Meldungen protokolliert und mit einem Zeitstempel versehen werden. Falls gewünscht, lassen sich beide Wege auch miteinander kombinieren. Bei Störungen werden dann zwei Mails versandt, eine übers Internet und eine über die Punkt-zu-Punkt-Verbindung.Alle E-Mail-Dienste lassen sich nutzenDer E-Mail-Versand direkt aus der Steuerung bringt den Vorteil, dass die Zustellung garantiert ist und in der Regel nur Sekunden dauert. Die Laufzeit von SMS-Meldungen dagegen ist sehr unterschiedlich und Zustellzeiten werden vom Mobilfunkprovider nicht garantiert. SMS können verloren gehen oder je nach Netzauslastung schon mal einige Stunden auf die Auslieferung warten. Zudem haben E-Mails den Vorteil, dass bei entsprechenden Internet-Providern Weiter- oder Umleitungen sehr leicht eingerichtet und verwaltet werden können.Eine Mail kann dann außer an die eigentliche Adresse, wie die Leitwarte, auch auf ein oder mehrere Mobiltelefone des Service-Personals weitergeleitet werden. Dadurch lässt sich sehr einfach eine lückenlose Informationskette aufbauen. Kann ein Servicetechniker die Nachricht nicht innerhalb einer bestimmten Zeit quittieren, weil er gerade nicht erreichbar ist, wird automatisch der nächste Verantwortliche in der Informationskette benachrichtigt.Eine Vielzahl von Internetprovidern bietet dazu interessante Serviceleistungen an. Bei der Weiterleitung entstehen nur Kosten von wenigen Pfennigen, die dem Sender in Rechnung gestellt werden. Das heißt, dem Servicetechniker genügt ein einfaches Billig-Handy zum Beispiel mit Prepaidkarte, für das weiter nichts zu bezahlen ist und das er auch privat nutzen kann.Interessant für den Aufbau lückenloser Informationsketten ist auch der Service Mail-Signalisierung. Dazu wird einfach eine Datasnake-Zentrale zwischen PC und Telefonanschluss geschaltet. Geht eine Mail ein, ruft der Provider die Zentrale innerhalb von zehn Minuten kostenfrei an und signalisiert den Maileingang. Die Zentrale ist auch bei ausgeschaltetem PC empfangsbereit und kann die Mail abholen.Last but not least erlaubt Datasnake in der Version Professional außer dem Versenden von Meldungen auch den Empfang von Nachrichten sowie eine Umschaltung in den Programmiermodus. Letzteres ist beispielsweise in der Phase der Inbetriebnahme von Anlagen interessant, wenn die Softwareentwickler noch gelegentlich Änderungen durchführen müssen. Ein PC mit entsprechender Programmiersoftware kann dann aus der Ferne die Anlage detaillierter betrachten und über das als transparentes Modem geschaltete Datasnake in das Programm der angeschlossenen Steuerung eingreifen.Anwendungen für das Datasnake-System gibt es letztendlich überall dort, wo zwar zur Bedienung Operator-Panel und Alarmsignalisierung vorhanden sind, das Servicepersonal sich aber nicht ständig bei der Anlage aufhält. Typische Beispiele hierfür liefert die Lüftungs- und Klimatechnik, die Wasser- und Abwassertechnik aber auch Anwendungen bei der Steuerung von Maschinen- und Anlagen im Industriebereich sind gebräuchlich.

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