Elektronische Autokollimatoren

Automatisiertes Kalibrieren von Rundtischen

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Diagramm der Positioniergenauigkeit

Nach Abschluss des hinterlegten Messplans zeigt die Software automatisch alle wichtigen Parameter auf einer Ergebnisseite. Zur schnellen Übersicht erhält der Kunde ein Diagramm der Positioniergenauigkeit als Funktion des Rotationswinkels sowie eine Tabelle mit Messwerten und Kennzahlen. Die Ausgabe dieser Messwerte kann an unterschiedliche Normen angepasst werden, so etwa ISO 230 oder VDI 3441. Diese Messwerte können selbstverständlich für spätere Analysen abgespeichert oder in ein Messzertifikat exportiert werden.

Das zugrunde liegende Messprinzip ist einfach, jedoch belastbar und verlässlich in seiner Aussagekraft. Die Vermessung der Positioniergenauigkeit wird zurückgeführt auf den Unterschied zwischen Soll- und Ist-Stellwinkel des Rundtisches. Der Ist-Stellwinkel wird durch die Drehung vorgegeben und gleichzeitig auf das Polygon übertragen, weil dieses fest mit dem Rundtisch verbunden ist. Die Software des Autokollimators analysiert die Winkelunterschiede der aufeinanderfolgenden Polygonflächen und kann die Positioniergenauigkeit berechnen.

Um den Einfluss des Polygons zu kompensieren, ist seine Winkelabweichung ab Werk zertifiziert und in der Software berücksichtigt. Am Ende einer Messung erhält der Nutzer eine Übersicht über die Abweichung der Ist-Werte von seinen Vorgaben, die als Maß für die Rund­tischgenauigkeit dienen.

Die limitierenden Faktoren für die Messgenauigkeit sind die Genauigkeit des elektronischen Autokollimators, die Genauigkeit, mit der das Polygon vermessen wurde, und die Stützstellenauflösung des Polygons. Die Stützstellenauflösung ist durch die Winkelteilung des Polygons begrenzt. Praktisch bedeutet dies, dass die Zahl der Messwerte pro Rundtischumlauf der Seitenzahl des Polygons entspricht. Dieser Limitierung kann auf mehreren Wegen begegnet werden. Zum einen ist es möglich, Polygone mit kleinerer Winkelteilung zu nutzen, zum anderen besteht die Möglichkeit, mehrere Messreihen bei unterschiedlichen Startpunkten (Offset) zu beginnen. Als dritte Option bietet die Software die Interpolation zwischen Stützstellen mittels einer Fourierreihe.

Die Ergebnisse der Messung können jedoch nicht nur zur Qualifizierung des Rundtischs genutzt werden, sondern auch zur Verbesserung der Stellgenauigkeit: Aus den Messdaten können Korrekturfaktoren bestimmt werden, mit deren Hilfe ein Stellfehler des Rundtisches durch Anpassung der Motorsteuerung kompensiert werden kann. Nutzer erhalten dadurch ein Tool nicht nur zur Sicherung, sondern auch zur Steigerung ihrer Qualität. MM

* M.Sc. Fabio Al Kraft ist Produktmanager Triangle bei der Trioptics GmbH in 22880 Wedel, Tel. (0 41 03) 1 80 06-0, sales@trioptics.com

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