Industrie 4.0

Automatisierungsbranche ist auf die Fabrik der Zukunft vorbereitet

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Deutschlands Chancen für die Zukunft sind nach Einschätzung einer Studie von McKinsey und VDMA sehr hoch. Das Land verfüge aufgrund seiner Industriestruktur mit seinen vielen IT-Unternehmen und seiner weltweiten Führungsrolle im Maschinenbau und der Automatisierungstechnik über optimale Startvoraussetzungen für Industrie 4.0. So war Deutschland bereits 2012 mit 16 % der globalen Maschinen- und Anlagenbauexporte weltweit die Nummer eins. Zukünftig rechnet man alleine durch die Digitalisierung der Dinge mit einem Umsatz von 200 Mrd. Euro jährlich.

Die weltweit agierende Münchener Unternehmensberatung Roland Berger sprach bereits 2010 von substanziellen Veränderungen in der Weltbevölkerung in den nächsten 20 Jahren. Die Münchener haben die konstatierten demografischen Veränderungen in drei Subtrends unterteilt: wachsende Weltbevölkerung, Alterung der Gesellschaft und fortschreitende Verstädterung. Zugleich spricht die deutsche Wirtschaft vom Fachkräftemangel. Wie passt das zusammen?

Wir haben es also zukünftig mit technologischen und demografischen Veränderungen zu tun. Wie sich einige Unternehmen der Automatisierungsbranche dafür gerüstet haben und wie für sie die Fabrik der Zukunft aussehen wird, sollen nachfolgende Beispiele zeigen.

Prof. Dr.-Ing. Dieter Wegener von Siemens erklärt: „Von der autonomen Fertigung sind wir noch weit entfernt. Denn das hieße, dass sich die Maschine selber definiert, agiert und entscheidet. Das dürfen wir nicht verwechseln mit dem Produkt, das seine Produktion selbst steuert. Das sehen wir heute schon vielfältig im Einsatz.“ Als Beispiel nennt Wegener die Produktion einer speicherprogrammierbaren Steuerung. Alle wichtigen Parameter seien vom Lieferanten über jedes Bauteil bis hin zur Nacharbeit integriert. Alle Informationen seien virtuell mit dem individuellen Produkt verbunden. Somit identifiziere sich das Produkt gegenüber der Maschine, und diese rufe folglich das benötigte Programm auf.

Eine optimal gesteuerte Produktion ist keine autonome Fertigung

Dies sei State of the Art und funktioniere bereits bei Siemens im Elektronikwerk in Amberg. „Das ist optimal gesteuerte Produktion und ist nicht mit autonom zu verwechseln“, sagt Wegener. Frank Knafla, Master Specialist im Geschäftsbereich Control Systems der Phoenix Contact Electronics GmbH, ist noch skeptisch: „Wie die konkrete Umsetzung aussehen wird, lässt sich heute schwer beschreiben.“ Es sei ein wesentlicher Anspruch von Industrie 4.0, Automatisierungslösungen so flexibel anzulegen, dass auf heute noch nicht bekannte Anforderungen effizient reagiert werden könne. Wie nahe man der Vision der autonomen Fabrik kommen könne, sei dann weniger eine Frage des technisch Machbaren, sondern eher eine, ob das von betriebswirtschaftlichem Nutzen für die Unternehmen ist.

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