Kunststoff BASF hat Übernahme von Polyamid-Sparte abgeschlossen

Redakteur: Simone Käfer

Die BASF hat den Erwerb des Polyamid-Geschäfts (PA 6.6) von Solvay am 31. Januar 2020 abgeschlossen. Rund 700 Mitarbeiter werden übernommen.

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Die BASF hat die Polyamid-Sparte für 1,3 Mrd. Euro von Solvay übernommen.
Die BASF hat die Polyamid-Sparte für 1,3 Mrd. Euro von Solvay übernommen.
(Bild: BASF)

Der Kaufpreis der Polyamid-Sparte von Solvay ohne Berücksichtigung von Barmitteln und Fremdkapital beträgt 1,3 Mrd. Euro, so die BASF, der Umsatz lag im Jahr 2018 bei rund 1 Mrd. Euro. Das Geschäft wird in die BASF-Unternehmensbereiche Performance Materials und Monomers integriert. Die Transaktion zwischen Solvay und der BASF umfasst acht Produktionsstätten in Deutschland, Frankreich, China, Indien, Südkorea, Brasilien und Mexiko sowie Forschungs- und Entwicklungszentren und technische Beratungszentren in Asien, Nord- und Südamerika. Darüber hinaus gehören Beteiligungen an zwei Joint Ventures (JV) in Frankreich dazu: den 50%-Anteil von Solvay an dem Butachimie-JV mit Invista zur Produktion von ADN und Hexamethylendiamin (HMD) sowie eine Beteiligung von 51 % an dem neu gegründeten Alsachimie-JV zwischen der BASF und Domo Chemicals zur Produktion von Adipinsäure.

Mit Abschluss der Transaktion treten rund 700 Mitarbeiter von Solvay zur BASF über. Das Alsachimie-JV zwischen BASF und Domo Chemicals in Frankreich beschäftigt etwa 650 Mitarbeiter, das Butachimie-JV zwischen BASF und Invista etwa 400 Mitarbeiter.

Vorteile des Kaufs für die BASF

Die Transaktion erweitert das Portfolio der BASF beispielsweise um Technyl. Diese werden beispielsweise für das autonome Fahren und oder in Elektromobilitäts-Anwendungen eingesetzt. Die Transaktion verbessert zudem den Zugang des Unternehmens zu Wachstumsmärkten in Asien sowie Nord- und Südamerika. Durch die Rückwärtsintegration bei dem wichtigen Rohstoff Adiponitril (ADN) ist die BASF nun entlang der gesamten Polyamid-6.6-Wertschöpfungskette vertreten und verbessert ihre Lieferzuverlässigkeit, so das Unternehmen.

Übernahme mit Auflagen

Im September 2017 hatte BASF eine Vereinbarung mit Solvay zum Erwerb des globalen Polyamidgeschäfts unterzeichnet, vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden. Die EU-Kommission genehmigte den Erwerb des Polyamidgeschäfts am 18. Januar 2019 unter Auflagen. Diese erforderten den Verkauf von Teilen des ursprünglichen Transaktionsumfangs an einen Dritten. Hierbei handelte es sich um Produktionsanlagen und Innovationskompetenzen von Solvay im Bereich der technischen Kunststoffe in Europa. Domo Chemicals, Leuna, wurde von der EU-Kommission als Käufer genehmigt. Die Transaktion zwischen Solvay und Domo Chemicals wurde ebenfalls am 31. Januar 2020 abgeschlossen.

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