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Workwear Berufsmode – das Spiel mit Farbe und Wirkung

| Redakteur: M.A. Frauke Finus

Früher war mehr Blau? Stimmt. Nicht umsonst stand der „Blaumann“ lange im Fokus der Berufskleidung. Doch heute zeigen immer mehr Farben Image und Individualität der Unternehmen.

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Berufskleidung als Statement – rot gilt als Signalfarbe und ist auch in der Berufsmode nicht wegzudenken.
Berufskleidung als Statement – rot gilt als Signalfarbe und ist auch in der Berufsmode nicht wegzudenken.
(Bild: DBL)

In den 60er Jahren wurde Arbeitsbekleidung verstärkt in der Farbe Royalblau entdeckt. Denn, anders beispielsweise als Marine, ist diese eine sehr unempfindliche Farbe, die Schmutz und Staub unauffällig absorbiert. Praktisches Argument für die Arbeitswelt. „Damit wurde ein Klassiker geboren“, erklärt Maren Wüstefeld, Bekleidungsingenieurin beim Konfektionär Fristads Kansas.

Heutzutage sind weitaus mehr Farben als das Blaumann-Blau attraktiv und für Workwear verfügbar. Mit Farbe kann Berufskleidung ein Image unterstüzen, wie es in einer Mitteilung von DBL Deutsche Berufskleider-Leasing heißt. Anja Scherbel-Erlinghagen, regionale Verkaufsleiterin DBL, erklärt: „Als textiler Mietdienstleister sehen wir uns immer auch das Unternehmen an, schauen welche Menschen dort arbeiten und an welchen Orten sie eingesetzt werden. Es ist natürlich ein Unterschied, ob es ein rein inhouse arbeitender Betrieb ist oder aber ein Haus mit viel Kundenkontakt.“ So komme es bei dem einen Betrieb darauf an, dass die Mitarbeiter sich komfortabel in ihrer Kleidung fühlen und sich gegen Staub und Dreck schützen. „Bei Farben sind hier etwa Khaki und Beige gut geeignet, um handwerkliche Leistungen rüberzubringen. Habe ich hingegen viel Kundenkontakt und bin beratend tätig, ist ein Dunkelblau ratsam. Es geht für die Betriebe ja immer auch darum, ihre Kunden da abzuholen, wo diese die Kompetenz erwarten.“

Farben bei Berufskleidung haben psychologische Momente

Wüstenfeld ergänzt: „Farben bei Berufskleidung haben durchaus psychologische Momente. Dunkelblau hat immer die kompetenteste Ausstrahlung und Wahrnehmung beim Kunden. Nicht von ungefähr sind die Uniformen von Piloten oder die Jacketts leitender Mitarbeiter häufig dunkelblau, da sie seriös wirken, Würde und Kompetenz ausstrahlen. Grau hingegen wird mit handwerklichem Geschick verbunden, ist eine Farbe, die zupackend, begabt, patent wirkt. Man denke an den obligatorischen grauen Hausmeisterkittel. Auch mit Braun, Beige, Khaki wird hohe handwerkliche Kompetenz verbunden. Ebenso steht Beige für das Handwerk, wirkt bodenständig, naturverbunden, griffig. Wohingegen Rot eher eine Farbe des Auffallens ist und weniger eine der Kompetenz. Aber als Signalfarbe für entsprechende Aufmerksamkeit sorgt.“

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