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Bestellungen im Maschinenbau sinken weiter

| Autor: Stéphane Itasse

Der deutsche Maschinenbau setzt seine Talfahrt fort: Die Auftragseingänge sind im Mai 2019 abermals um real 7 % gesunken, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilt. Auch für das Gesamtjahr ist der Verband jetzt pessimistisch

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Maschinen aus Deutschland bleiben weniger gefragt als im Vorjahr. Zu den schwächeren Fachzweigen gehören die Werkzeugmaschinen.
Maschinen aus Deutschland bleiben weniger gefragt als im Vorjahr. Zu den schwächeren Fachzweigen gehören die Werkzeugmaschinen.
(Bild: Index-Werke)

Während die Inlandsnachfrage nahezu stagnierte (minus 1 %), lagen die Bestellungen aus dem Ausland insgesamt um 9 % unter dem recht hohen Vorjahresniveau. „Die Maschinenbaufirmen bekommen die schwache Performance der exportierenden Industrie sehr deutlich zu spüren, viele Investoren treten auf die Bremse“, erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Die Auftragseingänge aus den Euro-Partnerländern sanken im Mai um 6 %, aus dem restlichen Ausland gingen 10 % weniger Aufträge ein.

Maschinenbau erlebt noch keine Trendwende im Inland

Auch die vergleichsweise gute Inlandsnachfrage wollte er nicht überbewerten. „Das ist nur ein einzelner Monatswert und noch keine Trendwende“, sagte Wiechers im Gespräch mit MM Maschinenmarkt, und weiter: „Die Inlandsnachfrage sollte es im laufenden Jahr laut unserer Prognose bringen, aber bisher entwickelt sie sich genauso schwach wie die Auslandsnachfrage.“

Im Drei-Monats-Vergleich März bis Mai 2019 lagen die Bestellungen insgesamt um real 9 % unter dem Vorjahreswert. Während die Inlandsorders um 11 % sanken, gingen die Auftragseingänge aus dem Ausland um 8 % zurück. Die Bestellungen aus dem Euro-Raum gaben um 5 % nach, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 10 % weniger Aufträge.

Großaufträge verzerren die Statistik

Bei den einzelnen Fachzweigen gab es im Drei-Monats-Vergleich nur wenige Lichtblicke. „Die Bergbaumaschinen haben sich positiv entwickelt, aber das ist nur ein kleiner Fachzweig. Da reicht ein Großauftrag, damit die Zahlen positiv sind“, erläuterte der VDMA-Chefvolkswirt im Gespräch mit unserer Redaktion. Ähnlich sei die Situation im Bereich Power Systems, auch dieser Fachzweig hängt stark von Großaufträgen ab. Am schlechtesten entwickelten sich von März bis Mai die Gießereimaschinen, die Thermoprozesstechnik und die Werkzeugmaschinen.

Unterdessen hat der VDMA seine Produktionsprognose für 2019 gesenkt. Die Auftragslage und die reale Produktion im Maschinenbau haben sich in den ersten Monaten des laufenden Jahres deutlich abgeschwächt, und der Blick nach vorn verheißt derzeit keine Besserung, wie es in einer Verbandsmitteilung vom Dienstag heißt. „Deshalb ist eine Revision unserer Prognose unumgänglich, wir rechnen für 2019 nun mit einem realen Minus der Produktion von 2 %“, erläuterte VDMA-Präsident Carl Martin Welcker.

Dies gelte trotz der hohen Auftragsbestände, die im April für 8,5 Monate reichten. Denn diese sind über die Unternehmen und Branchen ungleich verteilt und können das starke Minus im Auftragseingang nicht bis zum Jahresende komplett abpuffern. Bisher waren die VDMA-Volkswirte für das Gesamtjahr von einem leichten Produktionszuwachs von 1 % ausgegangen. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres stagnierte die Produktion im Maschinenbau im Vergleich zum Vorjahr, im April lag sie nach vorläufigen Zahlen um 0,8 % unter dem Vorjahreswert. Der Auftragseingang im Maschinenbau war in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres um 9 % geringer als im Vorjahr. Die Kapazitätsauslastung erreichte im April noch 87,4 %.

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