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Industrie 4.0

Bosch beantragt 5G-Lizenzen für lokale Netze

| Redakteur: Melanie Krauß

Bosch setzt auf lokale 5G-Netze. Das Unternehmen hat Lizenzen für ausgewählte deutsche Standorte bei der Bundesnetzagentur beantragt und will die Technologie in den kommenden Monaten testen.

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Im Industrie-4.0-Leitwerk in Stuttgart-Feuerbach will Bosch in den kommenden Monaten den Einsatz von 5G testen.
Im Industrie-4.0-Leitwerk in Stuttgart-Feuerbach will Bosch in den kommenden Monaten den Einsatz von 5G testen.
(Bild: Robert Bosch GmbH)

„Als IoT-Unternehmen hat Bosch frühzeitig Forschungsaktivitäten im Bereich 5G gestartet“, sagt Dr. Michael Bolle, Bosch-Geschäftsführer und CDO/CTO der Bosch-Gruppe. „Der neue Kommunikationsstandard ist ein Schlüssel für das automatisierte und vernetzte Fahren und ein wesentliches Element für die Fabrik der Zukunft.“

Nach Lizenzierung durch die Bundesnetzagentur plant Bosch gemeinsam mit Partnern den Aufbau der lokalen 5G-Netze im Laufe des nächsten Jahres, um die Potenziale von Industrie 4.0 noch besser auszuschöpfen. In den kommenden Monaten testet Bosch 5G in eigenen Werken in Stuttgart-Feuerbach sowie am Forschungscampus in Renningen und bereitet so den operativen Einsatz vor. „Die ausgewählten Standorte leisten Pionierarbeit, die dem gesamten Bosch-Verbund aus rund 280 Werken weltweit zugutekommt“, sagt Bolle.

Mehr Flexibilität, weniger Kosten

Dabei soll 5G nicht nur für eine effiziente Vernetzung mobiler Endgeräte und drahtloser Sensoren sorgen, sondern gleichzeitig die Grundlage für komplett neue Systemkonzepte darstellen. So kann laut Bosch beispielsweise mittels 5G die Steuerung eines mobilen Roboters in Echtzeit aus einer lokalen Fertigungscloud heraus erfolgen. Das reduziere Kosten, erhöhe die Flexibilität und vereinfache die Wartung. Auch die Bedienung der Maschinen werde optimiert.

„Geht man heute in eine Fabrik, hängt an nahezu jeder Maschine ein Bediengerät mit einem Not-Halt-Schalter. Wenn ich den Schalter drücke, bleibt die Maschine stehen“, sagt Andreas Müller, Bosch-Forscher und Vorsitzender der internationalen Initiative 5G-ACIA (5G Alliance for Connected Industries and Automation). „Mit 5G können viele dieser stationären Bedienelemente durch ein mobiles Endgerät ersetzt werden, inklusive der Not-Halt-Funktion. Auf diese Weise wird die Arbeit komfortabler und wir sparen gleichzeitig Kosten.“

Mit Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G besteht für Unternehmen in Deutschland erstmalig die Möglichkeit, lokale Netze aufzubauen und zu betreiben. Die Bundesnetzagentur stellt dafür Frequenzen im Bereich von 3.700 MHz bis 3.800 MHz bereit. Diese können entsprechend der angemeldeten Bedarfe, insbesondere für Industrie 4.0 oder die Land- und Forstwirtschaft, eingesetzt werden. Die Bundesnetzagentur teilt die Frequenzen zunächst für bis zu zehn Jahre befristet zu. Die Gebühr je Lizenz errechnet sich aus einem Sockelbetrag von 1.000 Euro, der zugeteilten Bandbreite (mindestens 10 bis maximal 100 MHz), der Laufzeit der Zuteilung in Jahren sowie aus der Fläche des Zuteilungsgebietes in km², unterschieden nach Siedlungs- und Verkehrsflächen und anderen Flächen.

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