Automatisierung Bosch Rexroth ist für 2021 vorsichtig optimistisch

Redakteur: Stefanie Michel

Bosch Rexroth muss 2020 einen Umsatzrückgang von knapp 17 Prozent gegenüber 2019 verkraften. Seit Mitte 2020 steigen jedoch die Auftragseingänge, sodass das Unternehmen zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr blickt.

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„Die Erholung wird länger dauern als die Krise selbst“, so Rolf Najork. Dennoch blickt er vorsichtig optimistisch auf das Geschäftsjahr 2021.
„Die Erholung wird länger dauern als die Krise selbst“, so Rolf Najork. Dennoch blickt er vorsichtig optimistisch auf das Geschäftsjahr 2021.
(Bild: Bosch Rexroth)

Die Kombination aus konjunkturellem Abschwung und Corona-Pandemie ist 2020 auch an Bosch Rexroth nicht spurlos vorbeigegangen: im Vergleich zu 2019 ist der Umsatz mit rund 5,2 Mrd. Euro um 17 Prozent zurückgegangen, die Kontaktaufnahme mit den Kunden musste neu gehandhabt werden und geplante strukturelle Veränderungen schlugen hohe Wellen. Wie das Unternehmen selbst berichtet, wird der Weg zurück auf Vorkrisenniveau länger als die eigentliche Krise dauern. Dennoch blickt Rolf Najork zuversichtlich auf das laufende Jahr. Najork ist Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH mit Verantwortung für den Bereich Industrietechnik und Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG.

Seit Mitte 2020 steigen die Auftragseingänge und sorgen für eine Geschäftsbelebung. Um den engen Kontakt zu den Kunden weltweit zu halten, hat Bosch Rexroth Chat-Funktionen auf der Website eingerichtet, digitale Veranstaltungen als Ersatz für die ausgefallenen Messen organisiert, Online-Schulungen angeboten und den digitalen Support bei Wartung und Inbetriebnahme ausgebaut.

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Umsätze bei Hydraulik und Fabrikautomatisierung ziehen an

Die weltweiten Regionen zeigten 2020 eine unterschiedliche Entwicklung: Während in Europa, wo Bosch Rexroth mehr als die Hälfte seines Umsatzes erzielte, und in Nord- und Südamerika die Umsätze im Jahr 2020 um etwa 20 Prozent zurückgingen, konnte der Rückgang in der Region Asien-Pazifik/Afrika aufgrund des starken Geschäfts in China auf knapp fünf Prozent begrenzt werden. Einen Beitrag zur Stabilisierung des Geschäfts vor allem seit der zweiten Jahreshälfte 2020 leisten die Hydrauliklösungen, doch auch die Auftragseingänge im Bereich der Fabrikautomation ziehen an.

Dank des seit dem zweiten Halbjahr 2020 angestiegenen Auftragseingangs blickt Bosch Rexroth vorsichtig zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr. Risiken bestehen durch die weitere Entwicklung der Pandemie, mögliche Veränderungen in einzelnen Märkten oder die strukturellen Veränderungen im Automobilsektor. Die Erholung wird jedoch dauern, weiß Najork. „Für diesen Weg sind wir mit unserer ausgewogenen Strategie des Wandels gerüstet: Wir berücksichtigen langfristige strukturelle Entwicklungen und erhöhen gleichzeitig unsere Flexibilität für konjunkturelle Schwankungen.“

Trotz Krise an Investitionen festgehalten

Trotz allem war Bosch Rexroth im Geschäftsjahr 2020 profitabel. So konnte das Unternehmen trotz des Umsatzrückgangs weiterhin zukunftsgerichtet investieren. Insgesamt hat man 2020 rund 100 Mio. Euro in die weltweit 47 Fertigungsstandorte investiert, davon in zwölf Standorte in Deutschland.

Mit rund 45 Mio. Euro wurde die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte gestärkt, beispielsweise mit dem zweiten Bauabschnitt des Kunden- und Innovationszentrums in Ulm. Das weitere Gebäude wird eine Modellfabrik für Industrie 4.0-Lösungen beherbergen, moderne Büroräume, Labors sowie Teststände für die Elektrifizierung von mobilen Arbeitsmaschinen. Rund 28 Mio. Euro gingen nach China, insbesondere für einen Ausbau des Werks in Xian als Zentrum für Fabrikautomation in Asien. Für 2021 ist geplant, die Investitionen weiter auszubauen. Dabei sind auch an deutschen Standorten erhebliche Investitionen vorgesehen.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) hat Bosch Rexroth 2020 mit rund 326 Mio. Euro auf einem hohen Niveau gehalten (Vorjahr: ca. 348 Mio. Euro). Der Anteil der F&E-Aufwendungen am Umsatz stieg damit gegenüber dem Vorjahr von 5,6 auf 6,3 Prozent.