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Chinas Hersteller wollen globale Werkzeugmaschinenindustrie aufmischen

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Chinas Werkzeugmaschinen-Hersteller streben nach neuer Organisationskultur

Neben der weitreichenden Unterstützung von Regierungsseite sehen die Stieler-Analysten folgende Entwicklungen auf Unternehmensebene, die die chinesische Werkzeugmaschinenindustrie weiter nach vorne bringen werden: Kapitalstarke und unternehmerisch erfahrene Investoren aus anderen Branchen engagieren sich im Werkzeugmaschinenbereich: Sany (Baumaschinen), Ningbo Haitian (Kunststoffmaschinen) und Wanxiang (Automobilzulieferer) haben in anderen Branchen bereits erfolgreich bewiesen, dass sie in der Lage sind, sich innerhalb kurzer Zeit an die Weltspitze zu kämpfen. Der Elektronikkonzern Foxconn produziert mit einem schweizerischen Partner jährlich 4000 Bearbeitungszentren, die bisher nur in Werken des Unternehmens eingesetzt werden.

Darüber hinaus sind einige führende chinesische Werkzeugmaschinenhersteller dabei, tiefgreifende Maßnahmen zur Veränderung ihrer Organisationskultur zu implementieren, die wegweisend für die anderen chinesischen Unternehmen in diesem Bereich sein werden.

Diese umfassen insbesondere die folgenden Aspekte:

  • Tiefgreifender Wandel der Produktstruktur: SMTCL hat angekündigt, in den kommenden drei Jahren in erster Linie auf Produkte zu setzen, die im Wesentlichen in Deutschland mitentwickelt wurden. Nicht-CNC-Maschinen, die heute noch 30 % des Umsatzes ausmachen, sollen bis in drei Jahren aus dem Produktprogramm verschwunden sein.
  • Automatisierung und Prozessoptimierung: Um den steigenden Arbeitskosten in China vorzubeugen, möchten SMTCL und DMTG den Fokus der menschlichen Wertschöpfung weg von der Produktion hin zu F+E. Marketing und Service verlegen sowie den Grad der Automatisierung erhöhen. Bei SMTCL soll der Anteil der Mitarbeiter in der Produktion bei steigender Gesamtbeschäftigtenzahl von 70 auf 50 % sinken. DMTG strebt an, die Anzahl der in der Produktionslinie beschäftigten Mitarbeiter von 3000 auf 500 Mitarbeiter zu reduzieren und dabei gleichzeitig den Output um das Zwei- bis Dreifache erhöhen.
  • Schlagkräftigere Service- und Vertriebsorganisationen: SMTCL möchte bis 2015 50 bis 70 Vertriebsniederlassungen in China eröffnen, von denen jede zwischen 200 und 300 Mio. RMB Umsatz erwirtschaften soll.
  • Langfristige Personalpolitik: In enger Zusammenarbeit mit den entsprechenden Behörden identifiziert der Branchenprimus SMTCL chinesische Ingenieure im Ausland und lädt sie zu Vorstellungsgesprächen ein. Das
  • Unternehmen bezahlt außerordentlich gute Gehälter, achtet auf eine gute Arbeitsatmosphäre und lockt mit der Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen. Diese Maßnahmen reduzieren die Mitarbeiterfluktuation. Der wachsende Anteil international erfahrener Mitarbeiter verändert die Unternehmenskultur hin zu mehr Effizienz.
  • Stärkung der Finanzkraft durch Börsengänge: Mindestens sechs der Stieler interviewten Unternehmen streben einen Börsengang im Lauf der kommenden drei Jahre an.

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