Extruder Cincinnati Milacron Extrusion Systems will weltweit wieder wachsen

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Freiburg (jk) – Dave Bertke, Vice President und General Manager von Cincinnati Milacron Extrusion Systems, ist vom globalen Wachstumserfog des US-amerikanischen Extruderbauers überzeugt. Das machte er auf der Pressekonferenz von Milacron zur K 2007 deutlich – nach fünf Jahre Wettbewerbsabstinenz des Extruderbauers auf dem Weltmarkt, die 2006 geendet hat.

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In diesen fünf Jahren beschränkte man sich im Extruder-Geschäft auf den nordamerikanischen Markt. Diese Einschränkung von Cincinnati Milacron war aufgrund des Verkaufs des österreichischen Extruder-Werks Wien erforderlich. Umso überraschender fiel für Bertke 2006 die erhebliche Steigerung des Exportanteils bei Extrudern aus. So hat Cincinnati Milacron im ersten Jahr nach dem Wiedereintritt in den Weltmarkt 31% des Umsatzes außerhalb der USA erzielt. In diesem Jahr 2007 erwartet der Vice President und General Manager einen Exportanteil von über 40%. „Wir sind zurück in Europa“, resümierte Bertke auf der Pressekonferenz.

Cincinnati-Vertretungen in zahlreichen Ländern

So trägt der Wiedereintrittsplan von Cincinnati Milacron, zu dessen Umsetzung Herb Hutchison als Leiter Internationale Geschäftsentwicklung rekrutierte, bereits Früchte. Ein erster Erfolgsschritt dazu lag im Wiederaufbau eines Vertriebs- und Händlernetzes. So wurde Vertretungen in zahlreichen Ländern installiert: in Italien, Frankreich, den Beneluxländern, Griechenland, Russland, Großbritannien, China, Taiwan, Südafrika, Mexiko, Südamerika, im Mittleren Osten und Australien. Weitere Vertretungen stehen noch in verschiedenen Schwellenmärkten an.

Außerdem war das Service- und Ersatzteilgeschäft zu organisieren. So ging man in Europa eine Partnerschaft mit AES – Allianz Extrusion Systems ein. Seitdem steht im tschechischen AES-Anwendungszentrum ein paralleler Doppelschneckenextruder TP93 von Cincinnati Milacron.

Cincinnati-Kundenzentrum wird in Italien eröffnet

Ein Vertriebs- und Service-Zentrum für Extrusionsanlagen entsteht derzeit in Magenta, Italien. Nach der Kunststoffmesse K 2007 wird dort die Extrusionsanlage TC86 K-Messe für Composites aus Holz und Kunststoff installiert. In Shanghai steht bereits eine solche Vorführanlage für Wood-Plastics-Composites (WPC) im Kunden-Zentrum von Cincinnati Milacron. Auf dieser Laboranlage werden Materialversuche vorgenommen. Weitere Kunden-Center sollen eröffnet werden.

Technisch führen bei WPC-Produkten

Das Extrudieren von WPC-Halbzeug ist laut Bertke ein Anwendungsschwerpunkt der Maschinen von Cincinnati Milacron. In dieser Technik sei man technisch führend. Seit dem Wiedereintritt in den Weltmarkt will man damit auch im Ausland eine bedeutende Rolle spielen. Aufgrund des Wachstumspotenzials für die Extrusion von Holz- und Naturfaserverbundstoffen geht der Vice President und General Manager „optimistisch in die Zukunft“. Zu den Anwendungen für WPC gehören laut Bertke bei Decken- und Fußbodenpaneelen, bei Geländern und Rahmenprofile. Den WPC-Markt sieht er bis zum Jahr 2010 in Europa auf 150000 t wachsen.

Auf der K 2007 stellt Cincinnati Milacron Extrusion Systems das Anlagenkonzept Plug & Play für die WPC-Produktion vor. Herzstück dabei ist der konische Doppelschneckenextruder TC86, Er kann mit unterschiedlichen Vor- und Nachschaltgeräten sowie Werkzeugen kombiniert werden kann. Bei den beiden konischen Plastifizierschnecken mit der Durchmesser von 176 mm am Granulateintritt auf 86 mm am Schmelzeausgang ab – bei einem L/D-Verhältnis von 27 zu 1.

Konische Doppelschnecken für WPC prädestiniert

Den Vorteil der konischen Schnecken sieht Bertke in einer großflächigen und damit schnelle und gleichmäßigen Wärmeübertragung von der Schnecke ins Material. Außerdem biete das konische Schneckendesign eine größere Einfüllzone für „flockiges“ Leichtmaterial mit geringer Dichte. Bei der Verarbeitung werde „eine natürliche Kompression“ auf das Holzmehl ausgeübt. Das sei für das Mischen mit Kunststoffpolymeren vorteilhaft.

Cincinnati Milacron hat komplettes Programm an Maschinen und Anlagen mit konischen und parallelen Doppelschnecken, Einzelschnecken und Co-Extrudern zur Extrusion von Folien, Profilen, Außenwandverkleidungen, Rohren und Schläuchen, aber auch zum Pelletieren, Compoundieren und Schäumen.

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