Suchen

Feinstreinigung

CO2-Schneestrahlen überzeugt bei Hochglanzoberflächen

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

Während der Versuchsphase wurden auch Testreihen mit Bauteilen aus unterschiedlichen Werkstoffen durchgeführt. Damit stellte man sicher, dass die Reinigung im CO2-Schneestrahlverfahren für das gesamte Bauteilspektrum des Bereichs Kunststoff-Technik im Volswagen-Werk Braunschweig einsetzbar ist.

Robotergestütztes Reinigungssystem für rund 20 verschiedene Bauteile

Abgestimmt auf die dortigen Anforderungen hat ACP ein robotergestütztes Reinigungssystem konzipiert. Zur flächigen Reinigung sind sieben Überschall-Zweistoffringdüsen in Reihe angeordnet und zu einem Modul (Düsenarray) zusammengefasst.

Bildergalerie

In der Robotersteuerung hinterlegte, teilespezifische Programme ermöglichen, dass jedes der rund 20 verschiedenen Bauteile entsprechend seiner geometrischen Form automatisch gereinigt wird. Ölfreie Druckluft sowie das in Tanks bereitgestellte flüssige Kohlendioxid werden dem Array über ein Schlauchsystem zugeführt. Die Gesamtanlage benötigt wenig Platz.

Absaugung verhindert Verschmutzung gereinigter Teile

Das robotergestützte Reinigungssystem befindet sich in einer etwa 5,5 m × 4 m × 3 m (L × B × H) großen Kabine. An der Kabinenrückwand ist eine kontinuierlich arbeitende Absaugung installiert. Sie verhindert, dass gereinigte Teile durch abgelöste Verunreinigungen wieder kontaminiert werden. Außerdem gibt es in der Kabine eine zuschaltbare Drehstation, mit der sich die Gehänge um 180° drehen lassen. Aufgrund der Modulbauweise wurde die Komplettanlage innerhalb von nur drei Monaten in den Lackierprozess eingebunden.

Seit einem Jahr arbeitet das CO2-Schneestrahlsystem im Werk Braunschweig im Dreischichtbetrieb. Gereinigt werden damit mehrere Tausend Kunststoffteile am Tag und dazu direkt an der Spritzgießmaschine auf spezielle Lackiergestelle gehängt. Handelt es sich um Hochglanzteile, tragen die Mitarbeiter dabei Handschuhe.

Station mit Ionisierstäben verhindert Staubablagerung

Die Gestelle werden auf Wagen zusammengefasst, zur Lackiererei transportiert und an der Lackierkette befestigt. Erste Station im Lackierprozess ist die Reinigung. Um zu verhindern, dass sich danach wieder Staub auf den Oberflächen absetzt, durchlaufen die Teile eine mit zwei Ionisierstäben ausgestattete Station.

Nach einer kurzen, als Reinraum ausgeführten Transportstrecke übernehmen zwei Roboter in der Lackierkabine den Lackauftrag. Nach der Abdunstzone wird bei rund 80 °C getrocknet. Am Ende schlägt sich die Investition in das CO2-Schneestrahlsystem nicht nur bezüglich des Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit positiv nieder, sondern auch in Hinblick auf die reproduzierbare Qualität: Die Ausschussquote wurde um weitere rund 3% verringert.

* Oliver Wöhrle ist Senior Manager Sales & Technology bei der ACP – Advanced Clean Production GmbH am Standort Dürrn. Uwe Strauß ist zuständig für Lacksysteme/Planung im Bereich Kunststoff-Technik im Volkswagen-Werk Braunschweig. Doris Schulz ist freie Fachjournalistin in Korntal

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 28721060)