Energietechnik Contracting bedeutet Einsparung, Verpflichtung und Vertrauen
Für den industriellen Mittelstand ist es wichtig, Ressourcen zu sparen. Wir sprachen mit Hans-Joachim Hainz, Geschäftsführer des Esco-Forums im ZVEI, Marcus Bort, Geschäftsführer EnBW Energy Solutions GmbH, und Dr.-Ing. Reiner Lübke, Geschäftsführer MVV Energiedienstleistungen GmbH, über Contracting.
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Wie weit verbreitet ist das Contracting derzeit und wie sehen Sie die Entwicklung?
Hainz: Genaue Zahlen über den gesamten Contracting-Markt gibt es nicht. Wir schätzen jedoch das Gesamtvolumen auf 4 Mrd. Euro. Anlässlich der letzten Hannover-Messe hat die Branche die Steigerung mit etwa 10% jährlich angegeben.
Bort: Wenn ich zurückdenke, dann kannte 1999 kaum ein Kunde das Contracting, sodass ein hoher Erklärungsbedarf nötig war. Heute sind wir bereits im Wettbewerb. Der Kunde hat drei, vier oder fünf Angebote vorliegen und kann sich dann entsprechend entscheiden. Die Bekanntheit des Contractings ist über die Jahre gestiegen. Nach wie vor ist es ein relativ junger und wenig erschlossener Markt mit starken Wachstumsraten, getrieben durch die unterschiedlichsten Themen.
Eines dieser Themen ist sicher die Präsentation des Leistungsangebotes für die unterschiedlichsten Branchen. Wie gehen Sie vor?
Bort: Grundsätzlich sollten immer nennenswerte Energiebedarfe vorhanden sein. Dann steht die Individualität im Mittelpunkt der weiteren Betrachtungen – das Person-to-Person-Geschäft. Contracting ist keine Katalogware.
Die Implementierung von Contracting-Maßnahmen beim Kunden erfordert immer einen gewissen planerischen Aufwand, der die Spezifika des Unternehmens berücksichtigt. In der Industrie sind es in aller Regel energieintensive Kunden, Kunden mit Kraft-Wärme-Kopplungs-Potenzial oder Kunden mit konstant gleichbleibender Wärmeabnahme. Da gibt es viele Aufgabengebiete, die der Kunde nicht zwingend selber machen muss.
Lübke: Außerdem war es möglich, im Lauf der vergangenen Jahre auf der Grundlage zahlreicher Contracting-Verträge gewisse Standards zu entwickeln. Diese Erfahrungswerte sind vor allem dann wichtig, wenn es um komplexere Themen wie die Wärmeversorgung aus Kraft-Wärme-Kopplung geht.
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