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Kundenwertgestaltung Cost Engineering – der Königsweg zur Kostenführerschaft

| Autor / Redakteur: Martin Sonneck / Jürgen Schreier

Seit 20 Jahren zieht Prof. Dr. Horst Wildemann (TU München) ein hochkarätiges Publikum zum Management-Kolloquium nach München. Mit dem Thema Cost Engineering stand in diesem Jahr ein Konzept auf der Agenda, das den Spagat zwischen Kundenzufriedenheit und Kostenoptimierung wagt.

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Prof. Dr. Horst Wildemann: „Nicht härter und schneller arbeiten, sondern intelligenter arbeiten, das führt zu Produktivitätssprüngen.“
Prof. Dr. Horst Wildemann: „Nicht härter und schneller arbeiten, sondern intelligenter arbeiten, das führt zu Produktivitätssprüngen.“
(Bilder: TCM)

Eine zentrale Herausforderung unternehmerischen Handelns besteht darin, die Befriedigung der Kundenanforderung durch die angebotene Produktfunktionalität und Qualität mit der Zahlungsbereitschaft der Käufer in Einklang zu bringen. Akademisch formuliert geht es um die Sicherstellung wettbewerbsfähiger Preise von Produkten und Services zu kosten-, zeit- und qualitätsoptimalen Prozessergebnissen.

So stellt Cost Engineering einen ganzheitlichen Ansatz zur Realisierung von Kundenwert bei gleichzeitiger Kostenoptimierung dar. Prof. Horst Wildemann (TU München), „Spiritus Rector“ des Münchener Management-Kolloquiums, beschreibt diesen Drahtseilakt wie folgt: „In einer globalen Welt haben wir eines gelernt: Es gilt immer die Kosten zu senken, aber nicht die Qualität.“

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Strategische Kostenführerschaft ist mehr als Kostensenkung

Damit ist eine wesentliche Aufgabenstellung für die Unternehmenslenker skizziert, es geht nicht um die eine reine Produktkostenreduktion, sondern vielmehr darum, die Kundenanforderungen in Produkte zu übersetzen, die zu den richtigen Kosten gefertigt werden können. „Technologieführerschaft ist zwingend zu kombinieren mit Kostenführerschaft“, gibt sich Dr. Stefan Sommer, Vorsitzender des Vorstands der ZF Friedrichshafen AG, überzeugt.

Wie essenziell das ist, zeigen Studien, die das Scheitern von Produkten am Markt auch heute noch zu rund 40 % durch die Abweichung von den eigentlichen Kostenanforderungen begründet sehen. Hier setzt das Cost Engineering an, denn es richtet das Produkt strikt an den Kundenanforderungen aus. Es befasst sich mit den Kernfragen „Was will der Kunde?“ und „Wie viel ist er bereit, dafür zu zahlen?“ Wildemann: „Die strategische Balance zwischen Innovation und Produktivität ist meiner Meinung nach die Voraussetzung für profitables Wachstum. Sie mündet in einer strategischen Kostenführerschaft.“

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Es geht also nicht nur um Kostensenkung, sondern auch um die Mehrpreisfähigkeit technischer Features und darüber hinaus um den Abbau eines in Deutschland verbreiteten Over-Engineerings. Nüchtern betrachtet werden hier nicht unerhebliche Kosten in das Produkt hineinkonstruiert. Und das Schlimmste: Der Kunde – Dreh- und Angelpunkt unternehmerischer Aktivität – ist nicht bereit, dafür zu zahlen, da er den Nutzen nicht anerkennt. Dr. Robert Bauer, Vorstandsvorsitzender der Sick AG, meint dazu: „Langfristiges profitables Wachstum ist nur dann möglich, wenn der Kunde den Mehrwert bezahlt.“

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