Klimaschutzgesetz Darum sollte der Mittelstand nicht auf die Politik warten

Autor: Manja Wühr

In einer Hauruck-Aktion verschärft die Bundesregierung das Klimaschutzgesetz. Auf konkrete Maßnahmen legt sie sich jedoch nicht fest. Der Mittelstand sollte dennoch nicht warten. Hier lesen Sie, was heute zu tun ist, um für morgen gewappnet zu sein.

Der Politik voraus: beim Thema Klimaneutralität sollte die Industrie nicht abwarten.
Der Politik voraus: beim Thema Klimaneutralität sollte die Industrie nicht abwarten.
(Bild: ©AlbertoLaratro - stock.adobe.com)

Das Rheinufer bei Emmerich gleicht einer Watt-Landschaft. Der Rhein ist kaum mehr als ein Rinnsal, durchzogen von Sandbänken, die aus dem Wasser ragen. Seit einem halben Jahr hat es nur selten geregnet. Auch waren die Frühlingsmonate zu mild und der Sommer zu heiß. Schiffe können den Rhein nur noch in der Mitte befahren und auch nur mit reduzierter Last. Das führt schließlich zu Lieferengpässen von Benzin und Diesel. Unternehmen wie Thyssenkrupp und BASF müssen sogar zeitweise ihre Produktion drosseln. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) geht davon aus, dass mit dem Klimawandel solche Niedrigwasserphasen wie im November 2018 möglicherweise erheblich häufiger auftreten werden.

Wer bislang glaubte, dass die Folgen des Klimawandels aktuell nur Eisbären und Inselstaaten träfen, irrt also. Auch deutsche Unternehmen sind hiervon direkt betroffen. Tendenz steigend. Und wer glaubte, dass die nächste Generation den Klimawandel stoppen solle, den belehrte nun das Bundesverfassungsgericht eines Besseren. Es erklärte im März 2021 das Klimaschutzgesetz von 2019 in Teilen als verfassungswidrig. Es fehlen „hinreichende Maßgaben für die weitere Emissionsreduktion ab dem Jahr 2031“, begründete das Bundesverfassungsgericht. Die Bundesregierung reagierte ungewöhnlich schnell. Nicht mal zwei Monate später beschließt das Bundeskabinett ein neues Klimaschutzgesetz.