AG Additive Manufacturing im VDMA

Das Potenzial von Additive Manufacturing wird unterschätzt

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Auf der Veranstaltung in Frankfurt am Main zeigte Materialise-Experte Ingo Uckelmann an konkreten Beispielen, wie sich durch die schichtende Fertigung neue Funktionen in Bauteile integrieren lassen. Etwa verbesserte Kühl- und Heizwirkung von Wärmetauschern durch Texturierung der Oberflächen oder bionischer Leichtbau, der die in Millionen Jahren Evolution erreichte Optimierung natürlicher Strukturen in Zeitraffer auf technische Bauteile übertrage.

Nur additive Verfahren können die Herstellung der hochkomplexen, oft von variierenden Wandstärken und Geometrien gekennzeichneten bionischen Strukturen ermöglichen. Materialise fertigt solche Bauteile auf weltweit 130 eigenen Anlagen und ist führender Anbieter von Prozesssoftware. Diese unterzieht Konstruktionen unter anderem einer Fehlerprüfung und korrigiert sie, wo nötig. Zudem unterstützt sie Konstrukteure bei der Fertigungsplanung, etwa indem sie nötige Stützstrukturen automatisch anbietet oder Leichtbaustrukturen in Bauteile einrechnet.

Arbeitskreise widmen sich Automation und Maschinenabnahme

Die mittlerweile mehr als 90 Mitglieder der AG Additive Manufacturing im VDMA haben sich neben Information und Aufklärung über die Technologie auch deren technische Weiterentwicklung und Standardisierung auf die Fahnen geschrieben. Dafür haben die Arbeitskreise „Automation“ und „Maschinenabnahme“ im Vorfeld der heutigen Infoveranstaltung ihre Arbeit fortgesetzt.

„Nicht nur die Zahl der Mitgliedsunternehmen aus verschiedenen Anwenderbranchen, dem Anlagenbau und aus der Forschung wächst stetig“, so Gebhardt. „ Auch die Diskussionen in unseren Arbeitskreisen werden immer umfangreicher“. Gerade die Automatisierung der Gesamtkette vom Pulverhandling bis Bauteilentnahme und Nachbehandlung ist dem VDMA-Experten ein Anliegen. Die Voraussetzung dafür sind offene Standards, die allen beteiligten Steuerungssystemen den Datenaustausch über den Gesamtprozess hinweg ermöglichen.

Gebhardt sieht diese Standardisierung als Schlüssel. „Wir müssen unsere Kräfte bündeln, um die additive Fertigung zügig auf industrielles Niveau zu bringen“, sagte er. Vom technischen und wirtschaftlichen Potential des Additive Manufacturing könnten viele Branchen profitieren. „Wenn wir diese Vorteile nicht in die Breite tragen, dann werden es andere tun“, mahnte Gebhardt.

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