Fachkräftemangel

Dem Fachkräftemangel wirksam begegnen

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Zu den Vorreitern in der Aus- und Weiterbildung junger Menschen zählen seit Jahren schon Unternehmen wie Festo oder Gildemeister. In diesem Sommer hat auch die Wittenstein AG am Firmensitz in Igersheim ihr Ausbildungszentrum „Talent Arena“ eröffnet. Das Unternehmen deckt den eigenen Bedarf an Fachkräften im gewerblich-technischen Bereich mit speziell auf die aktuellen Bedürfnisse zugeschnittenen neuen Berufsbildern, etwa des Vertriebsingenieurs oder des Produktionstechnologen.

Gesunde Unternehmen bilden viel aus

Die Ausbildungsquote des Antriebsspezialisten liegt bei 13%. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Ausbildungsquote der Dax-Unternehmen beträgt 5%, wobei der Maschinenbauer MAN eine Quote von 9% vorweist und die durch die Finanzkrise in Schieflage geratene Hypo Real Estate schon vor dem Fiasko eine Ausbildungsquote von nur 0,8% hatte.

Ganz anders beim Schweißtechnikhersteller Rehm: Eine zweistellige Ausbildungsquote ist mit 110 Mitarbeitern und 14 „Azubis“ eine Selbstverständlichkeit. „Es ist uns eine Verpflichtung, jungen Menschen aus unserer Region eine qualifizierte Ausbildung anzubieten. Damit tun wir nicht nur etwas für die Zukunft der Jugendlichen, sondern auch für die Zukunft unseres dynamischen Unternehmens“, betont Rolf Stumpp, Geschäftsführer von Rehm.

Die Ausbildung zum Mechatroniker, ein duales Studium mit Abschluss des „Bachelor of Engineering“ bietet seit Jahren schon Gerresheimer Wilden mit Hauptsitz in Regensburg. Der Spezialist für technische und medizinische Kunststoffsysteme ist mit über 2500 Mitarbeitern weltweit tätig. „Über die fachliche Ausbildung hinaus bieten wir interne Weiterbildungsmöglichkeiten, Auslandsaufenthalte und umfassende Unterstützung im Bereich der Entwicklung der Sozialkompetenz“, sagt Personalchef Lothar Haas-Hohenberger.

Richtungsweisend in der Ausbildung präsentiert sich auch die Walter Th. Hennecke Industrielle Blechbearbeitung in Neustadt/Wied. Zurzeit sind 43 junge Menschen in Ausbildung, was einer Quote von 13% entspricht. Darüber hinaus bietet das Unternehmen das duale Studium zum Konstruktionsmechaniker und Wirtschaftsingenieur an.

Neue Ausbildungskonzepte für schwache Schüler

Einen noch ungewöhnlichen Weg geht man mit der „zweistufigen Ausbildung“: Hennecke bietet jungen Menschen, die in der Schule keine so guten Noten erzielen konnten, eine zweijährige Ausbildung zum Teilezurichter, Maschinen- und Anlagenführer oder Fachlagerist an. Bei gutem Abschluss besteht die Möglichkeit, sich in weiteren 1,5 Jahren weiterzuqualifizieren – etwa zum Industriemechaniker, Konstruktionsmechaniker oder zur Fachkraft für Lagerlogistik.

Mitarbeiter, die man morgen benötigt, schon heute selbst ausbilden – mit dieser Strategie ist die Walter AG in Tübingen nach eigenen Angaben immer gut gefahren. Junge Menschen können sich als Oberflächenbeschichter sowie Maschinen- und Anlagenführer ausbilden lassen, ab 2009 ist in Tübingen auch der Beruf Zerspanungsmechaniker im Programm.

In der Walter-Akademie, die für mehrere Millionen Euro umgebaut und neu ausgestattet wurde, wird eigenverantwortliches Lernen groß geschrieben: Die ständig rund 80 jungen Menschen organisieren beispielsweise ihre Werkstatt in Eigenregie und realisieren eigenständig komplette Projekte. „Den klassischen Lehrausbilder wird es so nicht mehr geben“, prognostiziert Peter Boesl, Bereichsleiter Personal bei Walter, „er schlüpft künftig in die Rolle des Begleiters und Mentors für die Auszubildenden.“

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