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KI-Software Den Automatisierungskurs gilt es dringend zu überdenken

| Autor/ Redakteur: Amar Hanspal / Mag. Victoria Sonnenberg

Im Privatsektor werden Produkte attraktiver, intelligenter und flexibler. Dasselbe trifft jedoch selten auf die Fabriken zu, in denen sie hergestellt werden. Da hat sich der Automatisierungsgrad in den letzten Jahren kaum verändert. Einzig allein mit Software können Fabriken diese Automatisierungshürde überwinden und Potenziale heben.

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Brightware generiert Anleitungen, die zur Ausführung an die Robotik­module (Bright Robotic Cells) in der Fabrikhalle gesendet werden.
Brightware generiert Anleitungen, die zur Ausführung an die Robotik­module (Bright Robotic Cells) in der Fabrikhalle gesendet werden.
(Bild: Bright Machines)

In vielen Fabriken führen immer noch Menschen ein und dieselbe Aufgabe wiederholt aus. Diese Fabriken sind nicht dafür ausgerichtet, auf Veränderungen zu reagieren, sich schnell an Kundenbedürfnisse oder auftretende Qualitätsprobleme anzupassen. Selbst dort eingeführte Roboter und 3D-Drucker fallen in das gleiche Muster – eingerichtet, um die gleiche Aufgabe mit sehr geringer Flexibilität stetig zu wiederholen. Ein Ansatz, der viele Nachteile mit sich bringt. Maschinen stehen still, während sie auf Aufträge, Material oder menschliche Eingriffe warten. Qualitätsprobleme führen zu großen Mengen an Ausschuss und Berichte zeigen, dass die Fluktuation bei den Mitarbeitern bei bis zu 30 % liegt.

Tatsächlich handelt es sich um eine Branche, die seit der Globalisierung, die vor mehr als zwei Jahrzehnten die Produktion auf kostengünstige Arbeitsmärkte verlagert hat, keinen großen Sprung in Sachen Kapazität und Leistungsfähigkeit gemacht hat. Aber die Globalisierung hat begonnen ihre Grenzen zu zeigen: Die durch die hohe Arbeitsintensität verursachte Fluktuation verdeutlicht sie. Und der Wunsch der Verbraucher, lokal produzierte Produkte zu kaufen, ihre Produkte schneller zu erhalten und sie individuell an ihre Bedürfnisse anzupassen, wächst.

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Es ist demnach der nächste große Evolutionsschritt für die Fertigung notwendig, Fabriken intelligent umzugestalten – und die Automatisierung ist der Kern dieser Neuorientierung. Auf diese Weise ist es möglich, mehr Kapazität zu erschließen und somit die Leistungsfähigkeit in den Fabriken anzuheben. Natürlich ist die Idee, auf die Fertigung bezogen, nicht neu – eine Anwendung in der Praxis war nur bislang aufgrund bestimmter Hürden nicht möglich.

Heutzutage müssen Maschinen sorgfältig kalibriert werden, umständlich von Hand konfiguriert und individuell verwaltet werden. Infolgedessen ist diese erste Generation der Automatisierung zu teuer, dauert zu lange und basiert größtenteils auf der Expertise einer begrenzten Gruppe, was die Skalierung oder Wiederholbarkeit erschwert.

Der einzige Weg, diese Automatisierungshürde zu überwinden – und für Fabriken das Potenzial voll auszuschöpfen –, ist, dem Problem mit Software zu begegnen.

Software definiert Fabriken neu

Beim Software-Defined Manufacturing sind die einzelnen Maschinen mit einer Softwareebene verbunden, die Maschinen und deren Abläufe konfiguriert, überwacht und verwaltet und damit programmierbare und autonome Fabriken schafft.

Ein softwaredefinierter Ansatz für die Automatisierung in der Fertigung stützt sich bei der Transformierung der Branche vor allem auf drei Grundpfeiler:

  • Konfiguration, Wiederholbarkeit und Skalierung der Automatisierung werden entzerrt. Das wirkt sich positiv auf Wirtschaftlichkeit, Geschwindigkeit und Flexibilität der Automatisierung aus.
  • Der Herstellungsprozess selbst wird intelligent. Für die Fabrik ist das eine große Sache. Durch die neue, KI-basierte Software können beispielsweise kleinere, nachhaltigere Fabriken bessere Produkte herstellen und gleichzeitig die menschliche Leistungsfähigkeit erhöhen. Das bislang gängige Bild der Fabrikhalle ist demnach überholt.
  • Die neuen, softwaredefinierten Fertigungsprozesse sind transparent und zugänglich, was die Initiation und Anpassung der eigentlichen Produktionsprozesse erheblich vereinfacht.

Für einen Ingenieur oder Designer ist die Herstellung eines Produkts schwierig nachzuvollziehen. Die tatsächliche Produktion ist nicht greifbar – von der Suche nach einer Fabrik hin zur Produktentwicklung, der Herstellung und zur Skalierung der Produktion auf die richtigen Mengen und der bedarfsgerechten Anpassung von Erlös und Durchsatz.

Durch die Erhöhung der Transparenz krempelt KI-basierte Software die Fertigungslandschaft vollständig um. Man stelle sich nur vor, wie viele neue Produkte es gäbe, wenn die Herstellung einfacher, kostengünstiger und plausibler wäre.

Unternehmen würden weitaus weniger Hürden ausgesetzt sein als heute – und die Verbraucherseite würden von vielerlei Produktinnovationen profitieren. Diese Demokratisierung der Innovation, davon ist man bei Bright Machines überzeugt, wird der wahre Vorteil von Software-Defined Manufacturing sein – das wird letztendlich der Anstoß sein, den Unternehmen brauchen, um ihre aktuellen Automatisierungsstrategien zu überdenken.

* Amar Hanspal ist CEO bei Bright Machines; weitere Informationen: Maisberger GmbH in 81669 München, Erika Riksen, Tel: (0 89) 41 95 99-50, bm@maisberger.com

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